ARD: Die AfD hat mitinfiziert

Der Oberbürgermeister von Bautzen ist Mitglied der SPD und wendet sich hier öffentlich gegen die ARD. Angesichts der anhaltenden Diskussion über die Verletzung des Programmauftrages durch die öffentlich-rechtlichen Medien hat dieser Brief besondere Brisanz:

Screenshot: Facebook

Es gibt einen interessanten Nebenaspekt: Selten wird einmal so klar bestätigt, wie solche Beiträge gemacht werden: 

Sie haben vorher schon das Konzept fertig, wissen genau, welche Botschaft sie überbringen wollen. Und dann versuchen sie, passend dafür die Bilder und Aussagen zu bekommen. Und das nennen sie dann „Reportage“. 

Wenn das nicht klappt, wie im Falle des Oberbürgermeisters, der sich hier äußert, wird er halt rausgeschnitten. Die wollen nicht mehr die Wirklichkeit vor Ort erkunden. Die wissen schon, welche Art „Wirklichkeit“ sie suchen. Und finden sie diese nicht vor, stellen sie sie durch passend ausgesuchte und zusammengestellte Aussagen und passende Bilder dar.

Zu Beginn des Beitrags gibt sich Monitor „fassungslos“ und bildet einen Flyer in einem Geschäft ab: „Hier sind auch Menschen ohne Maske willkommen“ Das Kleingedruckte geht unter, man braucht schon einen Screenshot, um es zu lesen:

Liebe Kunden, wir respektieren es, wenn Kunden aus medizinischen oder sonstigen Gründen keine Maske tragen.

Hier stellt sich also ein Geschäft also nicht gegen die staatlichen Maßnahmen, sondern respektiert die Entscheidung der Kunden, statt sich zum Blockwrart aufzuschwingen. Ich möchte nicht wissen, wie hart der Inhaber des Spielzeuggeschäfts gerade um seine Existenz kämpfen muss. Der wird sich bei „Monitor“ herzlich bedanken für die „Werbung“…

Screenshot: ARD/Mediathek: „Monitor“ vom 03.12.2020

Zwei Sätze später wird es grundsätzlich. Bautzen ist demnach ein:

„…Corona-Hotspot, aber eben auch ein Hotspot der Coronaleugner, Verschwörungsideologen und Rechtsextremisten. Über 30% erzielt hier die AfD … Eine gefährliche Mischung ist das in Zeiten der Pandemie….“

Das nennt man dann wohl Hetze. Der Tonfall ist interessanterweise genau derselbe wie bei Karl-Eduard von Schnitzlers „Schwarzem Kanal“, den habe ich nämlich als Musiker für mein Leben lang im Ohr. Mit sehr viel gutem Willen kann man es vielleicht noch Propaganda nennen.

Mit dem gesetzlich verankerten Programmauftrag der ARD, ein Abbild der Gesellschaft zu bieten, also zu berichten, nicht zu erziehen, hat es auf jeden Fall nichts mehr zu tun.

Noch nie habe ich das so klar nachgewiesen gesehen!

Der Widerstand gegen diesen von einer de facto Zwangssteuer finanzierten „Blutsauger“ von Erziehungsfernsehen wird glücklicherweise immer größer.

Vor allem deshalb wurde die Erhöhung des Rundfunkbeitrags zurückgestellt: der befürchtete Koalitionsbruch war sicher nicht der Hauptgrund, sondern genau die Diskussion, die wir jetzt haben und die man mit allen Mitteln vermeiden wollte: die Diskussion um die Nichteinhaltung des Programmauftrags und damit die grundsätzliche Berechtigung des öffentlich-rechtlichen Systems in der heutigen Zeit. Kritische Stimmen gibt es immer häufiger, in der „Welt“, in der FAZ, im Cicero, aus dem der Hinweis eines Lesers auf den Eintrag des Bürgermeisters stammt.

Was war denn überhaupt der Anlass des Monitor-„Berichts“? Die Corona-Inzidenz in Bautzen ist sehr hoch. Und die Zahl der AfD-Wähler ebenfalls. Alles klar?

Dass im Frühjahr der ganze Osten eine viel geringere Inzidenz hatte, spielt da keine Rolle. Im Frühjahr scheint also die AfD dann vor Corona geschützt zu haben? Hätte das jemand behauptet, er hätte sich zum Gespött gemacht. Der ARD würde ich das am liebsten mal in die Kommentare schreiben, wenn auch nur die geringste Chance bestünde, dass die das nicht löschen würden. Und im Osten wird bekanntlich die AfD mehr als doppelt so häufig gewählt wie im Westen.

Die ARD kann aber davon ausgehen, dass Leute, die auf so etwas reinfallen, sich daran nicht mehr erinnern.

Eine Korrelation ist noch keine Kausalität, das wissen sie bei der ARD auch. Aber sie versuchen es trotzdem, denn das Ganze hat natürlich strategischen Charakter: Der AfD soll jetzt auch noch Corona in die Schuhe geschoben werden. Und wer auf die Idee kommen sollte, dass die Corona – Kritiker etwas mit der steigenden Inszidenz zu tun haben: In Leipzig ist sie nicht gestiegen, dort hatte im November bekanntlich die größte Demo dieser Art stattgefunden.

Der Bürgermeister spricht von einem „Tiefpunkt journalistischer Arbeit“. Wohl wahr. Trotzdem ist es nicht das eigentliche Problem, dass es solche Sendungen gibt. Das Problem besteht eher darin, dass alle politischen Sendungen mehr oder weniger so sind: keine Vielfalt, sondern Monokultur.

Da kann man eigentlich nur noch den Kopf rythmisch auf den Tisch schlagen. Für so dumm werden die Zuschauer der ARD gehalten!

Update: Der Artikel ist auch als Gastbeitrag auf reitschuster.de unter dem Titel „Dunkel-AfD-Sachsen: Für so dumm hält die ARD ihre Zuschauer“ erschienen.

2 Kommentare zu „ARD: Die AfD hat mitinfiziert

  1. Ja, genau das ist der Trick. Auch in der DDR wurde dem Westen immer das vorgeworfen, was man selbst an Dreck am Stecken hatte. Jetzt zeigt sich das gleiche Muster gegenüber der AfD: die Feinde der Demokratie sitzen aber nicht dort, sondern bei den Gegnern. Die AfD ist diejenige Partei in Deutschland, die das Grundgesetz am ernstesten nimmt. Einschränkung der Grundrechte, Diffamierung von Gegnern: das erleben wir von der Regierung, beklatscht von allen Oppositionsparteien – außer der AfD.

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  2. Hallo!
    Das Merkel-Regime ist schon lange von jeglichen demokratischen Grundnormen (die wenigen, die uns die Alliierten ueberliessen) entwichen. Damit sind eben auch die Mainstream-Medien zu reinen Propagandawerkzeugen verkommen.

    Die Ironie dabei ist, dass diese klare Systemaenderung genau das darstellt, was die Antifa – und mit ihr die gesamte Regierung – den „Rechten“ vorwirft, also jedem, dem das rot-gruene Zertruemmerungskommando zuwider ist.

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