Danebengezwitschert

„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und Hetze ist ja ein beliebter Vorwurf von linker Seite, auch gern gegen die AfD. Darunter verstehe ich beispielsweise, andere Menschen als „Abschaum“ zu bezeichnen.

Das tun sie allerdings selber: So hatte ich diesen Tweet eines linken Anti-AfD-„Aktivisten“ gegen mich und andere als Beleidigung laut NetzDG gemeldet:

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Twitter antwortete darauf:

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Nun überlege ich, was die wohl als Beleidigung anerkennen würden. Vielleicht „Zwitscherschiss“?

Lügenpresse in flagranti erwischt

Man kann es schon als Desinformation bezeichnen:


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Hätte der Autor dieses Beitrages in der „Welt“ auch nur einmal in den Kommentarbereich gesehen, hätte er sofort den Artikel löschen oder korrigieren müssen. Denn mehrere Leser wiesen darauf hin, was auch die Seite wahlrecht.de, die jeder Zeitung bekannt sein dürfte, bestätigt: die Umfrage wurde vom 28. November bis 4. Dezember durchgeführt, kann also vom am 6. Dezember  begonnenen Parteitag noch nicht beeinflusst worden sein.

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Man mag es noch als Fauxpas hinnehmen, dass ein solcher Artikel erscheint. Wenn er dann aber nach Hinweisen der Leser nicht gelöscht oder korrigiert wird, kann man das nur unter böswillige Manipulation verbuchen.

Denn hier ist nicht eine einzelne, isolierte Fakenews in einem Artikel, die immer mal wieder passieren kann, gemeint. Hier ist die zentrale Aussage des Artikels betroffen, die trotz besseren Wissens als Falschaussage stehen bleibt.

Über den Grund kann man nur spekulieren. Vielleicht, weil die AfD einen Prozentpunkt verliert und man diese bahnbrechende Nachricht unbedingt clickträchtig unters Volk bringen will, journalistische Sorgfaltspflicht hin oder her? Das wäre eine Manipulation, an die man sich ja fast schon gewöhnt hat. Nach meinen persönlichen Erfahrungen mit der „Welt“ befürchte ich eher, dass der Redakteur des Leserforums wegen der Veröffentlichung der entlarvenden Leserkommentare eins auf Dach kriegt, als der Autor des Artikels beziehungsweise der verantwortliche Redakteur, der ihn eingestellt hat. Oder wollte der Forummoderator der Redaktion eins auswischen?

Aber andererseits jammert man über „Lügenpresse“.

Update:  Die Clicks sind eingesammelt, der Seitenhieb gegen die AfD ist platziert. Jetzt, wo der Artikel von der Homepage verschwunden ist und unter „ferner liefen“ rangiert, kann man den Fehler zugeben. Dazu musste man nur in der Überschrift den Textteil “nach Parteitag“  entfernen. Der Seitenhieb gegen AfD und Linke bleibt.

Wie praktisch, dass sich online Artikel immer wieder anpassen lassen:

In einer ersten Version des Artikel hieß es, dass die SPD nach ihrem Parteitag hinzugewinnt. Allerdings wurde die Emnid-Umfrage vom 27. November bis 4. Dezember erhoben. Der SPD-Parteitag hingegen begann am 6. Dezember. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Tut mir leid, das überzeugt mich nicht. Ich schaue als politisch Interessierter fast täglich auf die Seite wahlrecht.de. Und da mich immer sehr interessiert, wie aktuelle Ereignisse auf die Umfrageergebnisse wirken, schaue ich zunächst nach, in welchem Zeitraum die Daten erhoben wurden. Mir kann niemand erzählen, dass ein professioneller politischer Journalist einer führenden Tageszeitung dies nicht mindestens ebenfalls tut.

Außerdem: Der erste Hinweis eines Lesers ging unmittelbar nach Veröffentlichung des Artikels ein. Er bekam bis jetzt, 13:30 Uhr, 375 Likes, ein hoher Wert, der die Aufmerksamkeit der Leser signalisiert. Die Änderung des Artikels erfolgte erst heute mittag um 12:10 Uhr, also etwa 10 Stunden nach der Veröffentlichung.

Hier der geänderte Ausschnitt:

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Es bleibt der Eindruck: Man manipuliert, wo es geht. Das geht schon mit den denkbar ungünstigsten Fotos von AfD-Politikern in Zeitungsartikeln los. Die wirken dann wie der Leibhaftige persönlich (Gauland), werden schräg von unten mit erhobener, grüßender Hand (Höcke) oder wie vom Tode gezeichnet (Curio) abgelichtet. Frauen werden bewusst unattraktiv fotografiert, im Gegensatz zu etwa Annalena Baerbock oder der Bundeskanzlerin. Wird man erwischt, entschuldigt man sich.

Genau dieselbe Linie hat die ARD gefahren, als bei einem TV-Statement eines AfD-Politikers zum O-Ton im Bild ein mehrere Sekunden langer Schwenk auf dessen Hosenschlitz gezeigt wurde. Auch da erfolgte eine laue Entschuldigung – nicht einmal öffentlich, sondern per E-Mail auf meine Beschwerde hin.

Eigenartig, solche „Fehler“ passieren immer nur in einer ganz bestimmten politischen Richtung. Ich habe noch nie erlebt, dass so etwas zuungunsten der Grünen passiert wäre.

Linke Diskussionsstrategien (2): Ausgrenzung

Im ersten Teil bin ich auf die linke Strategie, ein Definitionsmonopol anzusteben, eingegangen. In diesem Teil geht es darum, wie dieses in der Regel eingesetzt wird.

Im Diskussionsausschnitt unten kann es sehen: Ausgrenzung. Nicht nur des erklärten politischen Gegners, sondern jeder Kritik. Wenn das direkt nicht plausibel ist, wird es zumindest unterstellt. Dazu wird die auszugrenzende Person in eine Kategorie eingeordnet, die außerhalb des demokratischen Konsens steht: Nationalismus, Faschismus, Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus, Rassismus. Durch diese Zuordnung verschafft man sich einen strategischen Vorteil, gleichzeitig wirkt sie auf die Gegenseite extrem provozierend. Denn diese Zuordnung ist in der Regel nicht ansatzweise gerechtfertigt.

Man muss kein Freund der Sendungen von Uwe Steimle sein, um den Gedanken, dass es sich bei seinen „Verfehlungen“ um Rechtsradikalismus handele, als völlig abwegig oder zumindest grotesk übertrieben anzusehen. Es ist nichts als ein rhetorischer Trick und das Bemühen, als ein besonders konsequenter Vertreter der eigenen politischen Blasenwohngemeinschaft zu erscheinen und den gesellschaftlichen Konsens der Ächtung von Extremen für sich in Anspruch zu nehmen. Sachlich ist das in keiner Weise gerechtfertigt.

Aber das Muster hat Tradition, zuletzt in der DDR. Es ist die selbe Logik, die einen harmlosen Witz über Versorgungsengpässe im DDR-Handel zu „staatsfeindlicher Hetze“ hochgejubelt hat. Auch damals ging es darum, durch Ausgrenzung Kritik zu unterdrücken.

Exemplarisch ist diese Leserdiskussion:

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Sicher ist es legitim, gegen Rechtsradikalismus und erst recht gegen Rechtsextremismus aufzutreten, es ist sogar notwendig. Allerdings ist es völlig abwegig, Uwe Steimle politisch derartig einzuordnen, beispielsweise weil er die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anzweifelt.

Wer das tut, verharmlost Ideologien, die tatsächlich die Gesellschaft von rechts angreifen. Und spricht Steimle nebenbei auch noch die demokratische Gesinnung ab. Und damit wird auch noch das Argument der eingeschränkten Meinungsfreiheit gleich miterledigt: Einem Rechtsradikalen muss man diese nicht zugestehen. Es ist dasselbe Muster wie in dem bekannten Spruch: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Nur sind die „Faschisten“ nicht so dicht gesät, wie es ihre selbsternannten Jäger behaupten. Der Fehler liegt also in jedem Fall in der von Anfang an absichtsvoll falschen Zuordnung.

Zum Rechtsradikalismus gehört zunächst einmal die Unterminierung der repräsentativen parlamentarischen Demokratie. Die ist aber gegenwärtig eher von links-grün, als von rechts unter Beschuss. So ist zum Beispiel der oft von linker Seite zitierte Ruf nach dem starken Mann eher im Zusammenhang mit der Klimadiskussion, als aus rechten Kreisen zu hören, wo es eher darum geht, staatliche Autorität in Einklang mit dem Grundgesetz an den europäischen und deutschen Grenzen wiederherzustellen.

Die gefährdete Unabhängigkeit der Medien ist formal erst einmal nur eine Tatsachenbehauptung. Dass der Sender dagegen vorgeht, zeigt, dass Steimle nicht ganz falsch liegt und wie dünnhäutig der MDR geworden ist. Da wäre es wohl eher im Sinne des Senders gewesen, wenn er ein bisschen modische Kapitalismuskritik vorgebracht wie seinerzeit Volker Pispers oder gegen die AfD gepöbelt hätte wie Böhmermann.

Aber es geht gar nicht darum, ob die Kritik sachlich gerechtfertigt ist oder nicht. Es geht darum, ob sie zugelassen wird. Sie wird unterdrückt, indem man sie in die falsche Kategorie einordnet und damit den Rauswurf legitimiert. Und das tun sowohl der MDR wie auch der unbekannte Diskutant im Welt-Forum, der Steimle umstandslos als rechtsradikal bezeichnet. Nun könnte man einwenden: Das ist halt dessen Weltsicht. Vermutlich ist für ihn alles rechtsradikal, was sich rechts von Angela Merkel bewegt. Und für Rechte ist vermutlich schon die Mitte linksradikal. Damit wäre aber zumindest bestätigt, dass man beim MDR ein linkes Weltbild pflegt.

Es ist dieselbe Diskussionsstrategie. Letztendlich ist sie immer kontraproduktiv, da sie die eigene Glaubwürdigkeit unterminiert. Aber der kurzfristige Vorteil ist verführerisch und schmeichelt der eigenen Eitelkeit. Wie las ich neulich mal: im Internet siegt, wer das letzte Wort hat.

In der Demokratie siegt allerdings, wer die meisten Wähler für sich gewinnt.

Was Böhmermann darf und Steimle nicht

Witz und Satire gab es in der DDR reichlich. Man konnte allerhand kritisieren, Versorgungsengpässe waren ein beliebtes Thema, auch das Räsonieren über die eine oder die andere Unzulänglichkeit führte zu Lachstürmen in der „Distel“, der staatlich geförderten und geduldeten Ventilinstitution. Auch einzelne Funktionäre durften kritisiert werden, die etwa die Versorgungslage der Bevölkerung  nicht im Griff hatten.

Was gar nicht ging, war Subversion gegen das System, Witze, die Zusammenhänge geklärt oder Tabus wie die Mauer berührt hätten. Die aufgezeigten Mängel und Seitenhiebe durften nie die Grundlage der Politik, das Denksystem, die Ideologie angreifen.

Das ist heute nicht anders. Wieder geht es darum, keine Witze über politische Tabuzonen zu machen und auch nicht die Grundlagen der Politik, das politische System, die gegenwärtig laufende Intoleranzwelle, die immer mehr die Form einer Säuberung annimmt, infrage zu stellen. Der Humorpegel nimmt dabei, von rechts nach links gesehen, immer mehr ab.

Im „Tagesspiegel“ versteigt sich ein Journalist zu den Gründen der Entlassung des Kabarettisten Steimle durch den MDR, der mit seiner Sendung „Steimles Welt“ sehr populär ist, zu der rhetorischen Glanzleistung: Meinungsfreiheit ja, Narrenfreiheit nein. Die DDR wäre stolz auf ihn gewesen. Ein Forist schrieb ironisch: „Wir weinen ihm (Steimle) keine Träne nach“, ein Satz, den die DDR-Medien 1989 den Ungarnflüchtlingen hinterherwarfen.

Witze ja, Systemkritik nein. Das war früher so und ist heute nicht anders. Wieder dürfen Witze gegen politische Gegner – das ist zur Zeit nur die AfD – gemacht werden, aber nicht die Grundlagen der Politik, das politische System satirisch infrage gestellt oder auch nur über seine Doppelmoral und Selbstbeweihräucherung gelästert werden.

Die heute-show darf Alice Weidel per gerichtlicher Verfügung als „Nazischlampe“ bezeichnen. Grob beleidigende und herabsetzende Witze gegen die AfD gehen immer.

Alles, was im Sinne der politischen Korrektheit linker Zeitgenossen als Witz gegen rechts angesehen werden kann, läuft sowieso unter „Meinungsfreiheit“ und wird gesendet, auch wenn es die größten Geschmacklosigkeiten sind. Da gilt dann doch der Satz: Satire darf alles.

Aber alles darf sie eben doch nicht:

Witze über Greta sind schon sehr bedenklich. Da kommen Forderungen nach Absetzung des Kabarettisten auf, die aber (noch) zu keinen Konsequenzen führen.

Was gar nicht geht, sind Witze gegen die Grundlagen des Systems des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auch wenn sie gerade seine Perversion und die Vortäuschung von Unabhängigkeit wahrheitsgemäß beschreiben. Bestimmte Gedankengänge, auch wenn sie mit der Realität übereinstimmen, stehen unter Tabu.

Wer wie Uwe Steimle die Unabhängigkeit des Rundfunks (die schon deshalb nicht gegeben ist, weil die Aufsichtsgremien nicht unabhängig sind, sondern von den Parteien und ihren Kostgängern besetzt sind – vor allem von der SPD – , öffentlich bezweifelt, wird entsorgt. Das kann man auch als Machtdemonstration sehen und Einschüchterung: Bestrafe einen, erziehe hundert. Gerade der MDR ist ein eklatantes Beispiel für die Staats- und Parteiennähe des öffentlich-rechtlichen Systems.

Sogar der Deutschlandfunk hatte noch 2015 die politische  Besetzung der Kontrollgremien im MDR, die einem früheren Urteil des Bundesverfassungsgerichts widersprechen, kritisiert. Da hat die Demokratie noch im Wesentlichen funktioniert. Inzwischen ist er selber weitgehend unter der Glocke der politischen Korrektheit verschwunden.

Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass nur 33 % der Aufsichtsgremien einen politischen Hintergrund haben dürfen. Das war beim MDR  überschritten, beim Rundfunkrat mit 35%, beim  Verwaltungsrat 43 %. Seitdem sind alle politischen Parteien weiter nach links gerückt und auch der Grad der Einflussnahme dürfte sich nicht verringert haben, im Gegenteil. Ich bezweifele, dass es inzwischen überhaupt noch parteiunabhängige Gremienmitglieder gibt.

Ich höre fast jede Nacht die Nachtversorgung der ARD, die vom MDR produziert wird. Bei bestimmten Themen kann man nur abschalten, das ist dermaßen politisch einseitig, dass es nur noch peinlich ist.

Steimle ist abgesägt, andere werden folgen. Der Prozess des Linksschwenks samt weiterer Einschränkung des zugelassenen Meinungskorridors in den Medien geht weiter. Die Achtundsechziger und ihre Enkel haben gesiegt, alles infiltriert und krempeln jetzt die Gesellschaft um.

In der letzten Donnerstagssendung von Dieter Nuhr in der ARD begann dieser die Sendung mit einer Serie flacher Witze über die AfD, weit unter seinem üblichen Niveau, so als wenn er sich eines politischen Drucks durch politischen Kotau erwehren wollte. Derartiges kannte man auch aus der DDR-Distel. Auch dort musste erst mal der Klassenfeind abgewatscht werden, ehe es ans Eingemachte ging.

Ich bin gespannt, wie lange Nuhr diesen Sendeplatz noch besetzen kann. Er ist von der ARD abhängig, denn er betreibt seine eigene Produktionsfirma. Sollte er ihn verlieren, kann er die zumachen. Heute geht es noch nicht ins Gefängnis für die Missliebigen, soweit sind wir noch nicht. Es reicht erst einmal der Angriff auf die Existenz. Ich kann nur hoffen, dass Uwe Steimle seine Popularität in Liveauftritten soweit monetarisieren kann, dass er weiter davon leben kann.

In der DDR gab es offiziell auch keine Zensur. Diese war auch als Institution nicht nötig, sie war schon strukturell durch die Dominanz der SED in sämtlichen Gesellschaftsbereichen gewährleistet. In der Bundesrepublik ist die Abwesenheit von Zensur verfassungsrechtlich geschützt. Man kann aber live dabei zusehen, wie dieser Grundsatz  immer mehr ausgehebelt wird: durch das Hausrecht von Medien, durch deren Auftragsvergabe wie bei Steimle und Nuhr oder durch konzertierte  Öffentlichkeitsarbeit sogenannter Aktivisten, die Hochschulrektoren und Kommissionspräsidenten einknicken lassen.

Mein lange verstorbener Vater führte bei solchen Gelegenheiten zu DDR-Zeiten immer den Satz im Munde: „Es geht nur um die Macht.“ Darum ging es, darum geht es und darum wird es immer gehen.

Brief über den Schützengraben hinweg

… wirtschaftliche Krise und Auswanderung der jüngeren Generationen waren immer schon Katalysatoren für einen populistischen Rechtsruck…

Meiner Meinung nach gibt es keinen Rechtsruck. Das ist eine Fata Morgana, eine Täuschung aufgrund eigener Standpunktverschiebung. Es gibt nur einen massiven Linksruck bei fast allen Parteien, deshalb erscheinen denen die auf dem geraden Weg als rechts. Alle linken Parteien sind definitiv nach links gerückt, gestern die SPD wieder ein Stück. Ansonsten hat noch die CDU ganz massiv rechte und Positionen der Mitte aufgegeben und ist unter Angela Merkel nach links und grün gewandert. Die Bevölkerung hat sich im Wesentlichen politisch nicht bewegt, sie wählt nur gezwungenermaßen andere Parteien.

Durch den Linksruck der Parteien ist eine Lücke entstanden, die meiner Meinung nach aber nicht vollständig von der AfD gefüllt wird. Denn diese sogenannten Rechtspopulisten sind alle ganz normale Bürger, auf der Suche nach Glück für ihre Familien und sozialer Gerechtigkeit. Sie kommen von allen Parteien. Und da würden sie auch wieder sein, wenn das Problem mit der Massenmigration gelöst wäre, woran ich aber nicht glaube.

Die Sache ist gelaufen, die Leute wird man nicht mehr los. Nicht die Clans mit 100.000en Mitgliedern und die Parallelgesellschaften auch nicht. Und irgendwann wird in den Schulen arabisch gesprochen werden und aus dem Islam kann man so wenig austreten wie aus der SED zu DDR-Zeiten.

Ich verstehe auch nicht, was die Ablehnung von Massenmigration und damit die erzwungene Schaffung von neuen Mehrheitsverhältnissen samt Paralyse der bestehenden Gesellschaft, einfach, indem man Tatsachen schafft (in meinen Augen ein Rechtsbruch), mit “rechts“ zu tun hat.

Dass heute sämtliche deutsche Altparteien, von der Linken bis zur CDU, diese Politik unterstützen, ist das eigentliche Problem. Das treibt nämlich alle, die das nicht wollen, und denen das Thema sehr wichtig ist, weil sie nämlich wollen, dass auch ihre Kinder und Enkel noch in einem funktionierenden Deutschland leben können, fast zwangsläufig zur AfD, im Osten mehr, da die Leute dort direkter, propagandaresistenter und widerständiger und weniger saturiert sind. Der Westen ist bürgerlich, der Osten proletarisch. Und Proletarier reden nicht um den heißen Brei herum, sondern sagen, was Sache ist.

Indem man dann diese Leute beschimpft, fertig und lächerlich macht und zurücksetzt, als Populisten, Nazis, Rechte, Pack, Dunkeldeutsche beschimpft, erreicht man nur, dass sich die Gesellschaft weiter spaltet.

„Links“ ist für mich vor allem das Eintreten für soziale Gerechtigkeit durch soziale Marktwirtschaft und die Verhinderung von geselllschaftsschädlichen Einbahnstraßen für das große Geld. Diesen Forderungen – von Osten her vor allem – wird sich die AfD noch stellen müssen. Bis jetzt ist das noch nicht der Fall, da sie von allen anderen als Paria behandelt wird und daher nicht die Gelegenheit hat, mitregieren zu können und zu müssen.

Das wird sich aber nicht durchhalten lassen, und dann wird auch für die AfD eine neue Zeitperiode anbrechen: dann muss sie zeigen, ob sie tatsächlich die Interessen derer vertritt, die sie jetzt unterstützen. Und erst dann wird man sie politisch genau einordnen können. Die Linke hat im Osten diese Phase durchlaufen und ihr Kapital deshalb verspielt, weil sie das wichtige Thema der Migration entgegen den Interessen einer großen Zahl ihrer Wähler behandelt. Sahra Wagenknecht hatte das erkannt, thematisiert und ist damit an der eigenen Funktionärsriege gescheitert. Jede Wahl im Osten zeigt das.

Ich nehme also das Migrationsthema völlig heraus aus dem Rechts-Linksschema und schlage ein kartesisches Koordinatensystem vor. Der Artikel ist schon etwas älter, inzwischen würde ich die CDU noch weiter links verorten.

Was die wirtschaftliche Krise und die Auswanderung betrifft, so gibt es hier zwar eine Korrelation, aber keine Kausalität. Die wirtschaftliche Krise war in den Jahren nach der Wende viel heftiger als heute, eine „populistische Strömung“ blieb dagegen aus.
Die höhere Zustimmung im Osten ist anderen Ursachen geschuldet: das die kosmopolitischen Grünen tragende Milieu ist schwach entwickelt und der historische Erfahrungshintergrund ist ein ganz anderer als im Westen.

Auch die Korrelation der AfD-Wahlergebnisse mit dem höheren Durchschnittsalter im Osten infolge Abwanderung kann keine Kausalität sein: Gerade die Älteren haben überdurchschnittlich die traditionellen Volksparteien gewählt, die AfD punktete eher bei jüngeren und mittleren Jahrgängen.

Der heftige Einbruch bei den Wahlergebnissen der Linken im Osten zeigt, das die Massenmigration im Osten eine ganz andere Virulenz als im Westen hat: der Osten musste sich die Zugehörigkeit zum deutschen Nationalstaat erkämpfen, bekam sie nicht geschenkt von den Alliierten wie der Westen, und wie hart das an der Katastrophe vorbeigeführt hat, hat sich 1989 gezeigt. Das gibt man nicht ohne Not wieder her. Dafür läßt man sich auch mal beschimpfen oder ausgrenzen. Dieser Stolz der Ostdeutschen wird im Westen immer noch unterschätzt, die AfD warb deshalb erfolgreich: „Vollende die Wende“.

Deshalb ist das Gefühl der deutschen Nationalzugehörigkeit und nationalen und kulturellen Identität – die Kultur war eine verbindende Klammer im Kalten Krieg – im Osten viel wichtiger und lebendiger als im Westen. Und wird dort, vor allem in den Medien, immer wieder als völkischer Nationalismus fehlgedeutet.

* * *

Da klappt dem Dunkeldeutschen die Kinnlade runter:  Haß auf das eigene Land

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Rede des Tages

Mein Kurs ist konservativ, freiheitlich und patriotisch.
Konservativ – nicht reaktionär,
freiheitlich – nicht beliebiges Liberallala,
patriotisch – nicht nationalistisch.

Prof. Dr. Jörg Meuthen, Parteivorsitzender der AfD, in seiner Bewerbungsrede vor dem Braunschweiger Parteitag

Die gesellschaftliche Klimakatastrophe

Das Problem der feministischen Paralyse der Gesellschaft existiert nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. In Australien darf die Presse noch mehr als in Deutschland:

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Es gibt dort gerade einen Bankengeldwäscheskandal der Westpac-Bank, deren Chef gehen mußte. Ich erkläre es mal, weil ich es selber nicht auf Anhieb verstanden habe: Auf dem Bild sieht man den Aufsichtsrat, nein, der heißt jetzt „Abteilung für soziale Verantwortung“, er besteht augenscheinlich aus Feministinnen und männlichen Weicheiern, eine Frau mit LGBTQ-Regenbogen-Hut ruft ganz entsetzt:

„Wie konnte das unter unseren Augen passieren?“

Die Antwort sieht man im Bild: Die beschäftigen sich statt mit fachlicher Beaufsichtigung mit Gender-Quoten- und Transawareness (sic!) – Mätzchenworkshops (mittwochs „Climate change Fun-Run“) und malen und basteln (stricken würden sie in Deutschland). Unten am Boden ein rosa Plüschtier.

Im Hintergrund bietet ein devoter Latex-Sado-Maso-Sklave Schnittchen auf einem Tablett an.

So eine beißende Satire geht noch in Australien, in Deutschland wäre das nicht mehr möglich, jedenfalls nicht in einem der großen Mainstreampresseportale oder -Fernsehkanäle. Gender und Klima sind inzwischen heilige Kühe, darüber macht man keine Witze – nicht mal im „Cicero“. Und wenn Nuhr mal sakrosankt gegen St. Greta witzelt, steht die halbe schreibende Zunft kopf, bezichtigt ihn der AfD-Nähe und fordert seine Entfernung aus der ARD, was er dann mit ein paar (flachen) AfD-Witzen zu neutralisieren versucht. So klein haben sie den Toleranzkorridor inzwischen gekriegt.

Ja, wir haben eine Klimakatastrophe. Und zwar eine geistige, mitten in Deutschland. Wie würde wohl Hadmut Danisch das nennen, von dem ich den Link mit der Karikatur habe? Er hätte nur ein Wort dafür:

„Durchverblödet“.