Zwischen Grippe und Weltuntergang

Boris Reitschuster, Journalist, Blogger, Ex-Korrespondent des Focus in Moskau: "Faszinierend ist, wie die Halbwertszeit zwischen dem Abtun von Neuigkeiten als „rechter Verschwörungstheorie“ und ihrer offiziellen Bestätigung gegen null sinkt. Etwa zwischen Merkels Versicherung, eine Grenzschließung ... weiterlesen

Das Stirnrunzeln der Mitte

Die Medien sind zusammen mit den Regierenden nach links abgebogen und wundern sich jetzt, dass der auf geradem Wege gebliebene Troß rechts von ihnen steht. Ab und zu wird dieser Troß mehr oder weniger wissenschaftlich untersucht. Die jüngste "Mitte-Studie"  der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung konstatiert eine erhöhte "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in der Mitte der Bevölkerung.

Zitat der Woche

"Bei Gewalttaten von rechts ruft man den Tätern entgegen: Nazis raus!  Bei Gewalttaten von links ruft man den Opfern entgegen: Nazis raus!  Das ist der Unterschied." Prof. Dr. Dietrich Muswieck, Verfassungsrechtler, in einer Diskussion über die gestiegene Akzeptanz von politischer Gewalt in der Gesellschaft.

Der Deutsche Bundestag schafft sich ab

Landauf, landab wird die wiederholte Ablehnung der allgemein anerkanntermaßen respektablen Bundestagsvizepräsidentin in spe, Mariana Harder-Kühnel, diskutiert. Nach den Regeln, die sich das deutsche Parlament durch die Geschäftsordnung selbst gegeben hat, müsste sie eigentlich gewählt werden. Unglücklicherweise ist sie - der Meinung der Mehrheit der vertretenen Parteien nach - in der falschen Partei.

Die Okkupation des Steuerzahlers

Zu DDR-Zeiten gab es viele politische Diskussionen im Freundes- und Bekanntenreis. Natürlich fanden diese auch mit mehr oder weniger überzeugten Parteigängern des Systems statt, meistens SED-Genossen, statt. Dabei konnte man immer solange argumentieren, bis die Gegenseite zum entscheidenden Totschlagargument ausholte: „Bist du nun für den Frieden oder nicht?“ Das war weniger ein Argument als vielmehr eine Drohung, die moralische Überlegenheit des Sozialismus lieber nicht infrage zu stellen, die entscheidende rote Linie, die zu übertreten das Risiko einer Denunzation bedeutete. Es war also nicht angebracht, weiter zu diskutieren und das Argument der Lächerlichkeit preiszugeben.

Die Banane: eine deutsche Karriere

Die beliebte Südfrucht, geschält oder ungeschält, hat eine lange Karriere als politische Frucht hinter sich. Sie begann zu Wendezeiten vor 30 Jahren. Unvergessen das Titanic-Cover, auf dem eine typische Ostfrau (die in Wirklichkeit aus Rheinland-Pfalz kam, aber halt so aussah), freudestrahlend eine auf Bananenart geschälte Gurke in die Kamera hält: „Zonengaby im Glück: Meine erste Banane.“

Einzelfälle oder 5 vor 12?

Im deutschen Osten gibt es ja angeblich kaum Migranten. Vielleicht werden auch deshalb Übergriffe aus dieser Gruppe in den Medien als Einzelfälle bezeichnet und behandelt. Zu Silvester gab es aber offenbar eine bemerkenswerte Häufung solcher Einzelfälle. In Leipzigs Hauptbahnhof sprach die Polizei gleich 900 Platzverweise aus. Haben die Beamten hier ein neues Köln verhindert?