Braunkohle für Elektroautos

Habeck rettet das Klima. Das ist bekanntlich hehres Ziel der Grünen, das die Medien täglich bis zum Überdruß zelebrieren. Aber das gilt erst dann, wenn die heiligen Kühe der eigenen Gefolgschaft gefüttert sind: Natürlich retten wir das Klima, aber erst, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Daß deren Weiterbetrieb 25 – 30 Millionen (!) t CO2 pro Jahr (!) einsparen könnte, ist dabei, oh Wunder, nicht entscheidend. Was zählt so eine Lappalie schon gegen das erklärte Lieblingsprojekt der eigenen Basis.

Was für eine Verlogenheit. Das ist wirklich nicht mehr zu toppen. Der grüne Sonnyboy Habeck nimmt lieber zusätzliche 25 – 30 Millionen zusätzliche Tonnen CO2 jedes Jahr in Kauf, destabilisiert weiterhin die Energieversorgung und damit die Wirtschaft, als sich mit der eigenen Basis anzulegen. Daß er damit die grünen Klimaziele vollkommen der Lächerlichkeit preisgibt, scheint ihn nicht zu stören.

„Die heilsbringenden Elektroautos werden also jetzt mit Braunkohle betrieben“

schrieb sarkastisch ein Cicero-Leser. Ja, so sieht’s aus.

Habeck verhält sich dabei wie alle Spitzenpolitiker: Erst kommt die eigene Karriere, dann die eigene Partei. Der Eid zum Wohl des deutschen Volkes,? Darüber denkt man eventuell nach, wenn mal viel Zeit ist.

Der „Cicero“ hat gegen das Wirtschaftsministerium geklagt. Es gibt ein Transparenzgesetz, nach dem das Ministerium Unterlagen an die Öffentlichkeit herausgeben muss. Das hat es aber auf Anfrage zunächst nicht getan, erst nach Einreichung einer Klage durch den „Cicero“. Die Zeitschrift bleibt dran an dem Thema.

Warum ist Habeck so hartleibig mit den Unterlagen? Es geht vor allem um die Einschätzung der eigenen Fachminister. Konkret: Was haben diese dem Wirtschaftsminister in punkto Atomausstieg geraten? Sie haben sich offenbar dafür ausgesprochen, die Kraftwerke weiterzubetreiben. Das würde nicht nur segensreiche Auswirkungen auf den Strompreis haben, sondern auch – siehe oben – gewqltige Mengen CO2 einsparen. Was doch die Grünen als Partei der Klimaretter angeblich so sehr wollen.

Außer in diesem Fall: Der Ausstieg aus der Atomkraft ist Habecks heilige Kuh. Er will seiner eigene Basis nicht zumuten, dass daß diese im Interesse der Vernunft und der wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands geschlachtet wird. Deshalb hat man sich auf den bekannten faulen Kompromiss geeinigt, der überhaupt nichts löst, sondern die Situation nur bis Mitte April nächsten Jahres vertagt. dann ist alles wieder so wie jetzt – mit dem Unterschied, dass die Gasspeicher leer sind. Die Masse der Wähler wird derweil von den Medien mit anderen Themen bei Laune gehalten. Die großen Mainstreammedien halten die Füße in dieser Causa weitgehend still.

Ganz konnte Habeck offenbar die Herausgabe von Unterlagen laut „Cicero“ also nicht verhindern. Und dabei fand sich im Entwurf einer amtlichen Mail vom Wirtschafts– an das Umweltministerium die Angabe über die oben genannte Einsparung pro Jahr an CO2 bei einer Stromproduktion durch Atomkraftwerke von 30 TWh (also 30 Milliarden Kilowattstunden). In der endgültigen Fassung war dann dieser Absatz gestrichen. Aber jetzt sind die Zahlen doch bekannt geworden.

Ich bin gespannt, wie die Sache mit dem „Cicero“ weitergeht. Das Ministerium hält noch weitere interessante Dokumente zurück. Ich finde es traurig, dass Medien jetzt schon klagen müssen, um an solche relevanten Informationen zu kommen, die Ministerien lieber für sich behalten wollen. Bei unseren „Qualitätsmedien“ wird das nicht passieren, aber der „Cicero“ gehört Gott sei Dank nicht zu diesem auf Linie gebrachten Mainstream Ich finde es gut, dass es trotzdem noch durch unabhängige Presseorgane passiert.

Sicher hat Habecks Ministerium kein Interesse daran, dass sich schwarz auf weiß nachweisen lässt, wie eklatant er gegen den Rat der eigenen Fachleute verstoßen hat. Deshalb sind jetzt die Juristen am Zuge. Inzwischen werden die Elektroautos wieder zunehmend mit Braunkohlestrom geladen: 28 % betrug der Anteil der Kohle laut faz.de vorgestern im deutschen Strommix.

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4 Kommentare zu „Braunkohle für Elektroautos

  1. @ Lopadistory

    Welche Deutschen?

    Dazu müßten sich die deutschstämmigen ja erst einmal als Deutsche identifizieren, womit ja Deutschösterreicher und Deutschschweizer anscheinend ebenfalls Problene haben.

    Trägheit ist sicher auch vorhanden, ebenfalls Dekadenz. Eines läßt sich aber auch nicht wegleugnen: Geschichtsverfälschung und jahrzehntelange Gehirnwäsche.

    Teile der Jugend demonstrieren ja auch gerade nicht nur deswegen weil sie Langeweile haben, sondern weil sie in den angeblichen Bildungsanstalten und über offzielle wie auch soziale Medienkanäle instrumentalisiert und indoktriniert werden. Nur die Uniform hat man diesmal vergessen.

    Habe gerade bei einem eigentlich von mir geschätzten Blogger gelesen wie sich die Abhängigkeit bezüglich Halbleiterversorgung lösen ließe. Durch Produktionsstätten in den USA. Auf meine Frage, was dies an der Abhängigkeit Deutschlands ändern würde werde ich wahrscheinlich keine Antwort erhalten.

    Wo wir aber über Identitäten reden, hier ein Foto der französichen U17:

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