Meine gute Tat für heute

Heute Nachmittag wollte ich gerade spazieren gehen, da erwischte ich vor der Tür …

… die Draufgängerin Elli mit einem Vogel. Ich konnte ihn gerade noch greifen und wollte ihn zunächst weit weg von den Katzen tragen.

Dann schien er mir aber doch zu sehr unter Schock zu stehen und ich ging noch mal ins Haus. Ich tat ihn in einen Behälter mit weichem Papier und gab ihm Wasser zu trinken. Dabei passte ich einen Moment nicht auf und er flog plötzlich auf. Sofort war wieder Elli hinter ihm her – ich konnte die Katze aber noch packen und nach draußen befördern. Dann suchte ich den Vogel. Er lag völlig platt hinter der großen hölzernen Vorratskiste unter der Treppe. Hätte ihn die Katze dort gefunden, wäre es aus gewesen.

So setzte ich ihn erst mal wieder in das Behältnis zurück und ging spazieren, allerdings ohne große Hoffnung, dass er es schaffen würde. Aber er hatte erst mal Ruhe und Wasser und ich sorgte auch dafür, dass er nicht nach oben entfleuchen konnte.

Als ich vom Spaziergang zurückkam, saß er in dem kleinen Hohlraum auf seinen Füßchen. Das war erst einmal ein gutes Zeichen. Ich nahm ihn vorsichtig in die Hand, was er ja jetzt schon gewöhnt war, und trug ihn nach draußen. Er war wirklich sehr klein. Vielleicht war es ein junger Grünling, der gerade seinen ersten Winter überstanden hatte und deshalb in seiner Schwäche beihnahe Ellis Opfer geworden wäre. Im Garten war ziemlich viel Spektakel in einem Baum und ich setze ihn auf einen begrünten Blumentopf in der Nähe – schwirr, weg war er.

Ich hoffe, dass er es geschafft hat. Elli und Susi sind jetzt drin und der schwarze Fellklops knispert Trockenfutter, als sei nichts gewesen. Einer Katze kann man nichts übelnehmen, schon gar nicht, wenn sie ihrem Instinkt folgt.

Schön, wenn man es schafft, das Schlimmste zu verhindern. Und es tut gut, auch mal wieder etwas zu schreiben, was nichts mit übergriffiger Politik, Ohnmacht des Bürgers oder Krieg zu tun hat.

3 Kommentare zu „Meine gute Tat für heute

  1. Dann wünschen wir uns vielleicht mal, der Vogel symbolisiert jetzt die Ukraine und Russland, naja, natürlich mit Einschränkungen, die Katze.
    Aus Pfützen vor dem nassen Tod gerettet habe ich schon Regenwürmer. Da mag aber das schlechte Gewissen beteiligt sein, denn als junger Mensch war ich beim Angeln deutlich weniger nett zu ihnen.
    Übrigens ist diese Spezis hier offenbar weitgehend verschwunden. Nach starkem Regen konnte man früher auf dem Asphalt kaum normal laufen, bei jedem Schritt kreuzte ein Regenwurm den Kurs. Und heute? Fehlanzeige, Vorkommen gleich null.
    Sag mir, wo die Würmer sind. Wo sind sie geblieben? Sie sind taub und sie sind blind. Was können sie verstehn?

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  2. @ migrosa14: Alles richtig gemacht, das ist ja eine wunderschöne Geschichte mit der Biene. Ein großer Erfolg, das Tier gerettet zu haben, eigentlich kein Anlass für Trauer, sondern für Freude, aber Gefühle halten sich eben an keine Logik.

    Die Katzen könnte ich hier nicht einsperren, das würde ich nicht übers Herz bringen. Sie leben hier wie Gott in Frankreich. Und ich hoffe, es auch bald wieder genießen zu können. „Das Leben ist nicht fair“, sang einst HG.

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  3. Gut gemacht Hans, so war meine Mutter und ich schon als Kind. Wir haben auch immer alles Mögliche aufgepeppelt. Am Meisten bewundere ich Menschen, meist Frauen, die sich das zur Hauptaufgabe gemacht haben. Kranken Katzen, Vögeln, Meerschweinchen, Reptilien usw. ihr Leben zu widmen, sie gesund zu pflegen oder sie aufzunehmen wenn sie krank sind und für sie zu sorgen bis n ihr Lebensende.
    So wie Du hätte ich es auch getan, ich hab zudem immer Vogelfutter da, da ich ganzjährig füttere, getrocknete Mehlwürmer, Erdnüsse, etc. Hab auch Miezen, aber die sind nur drin. Der Balkon ist gesichert.
    Besonders zu Tränen gerührt hat mich letzten Sommer wie ich eine fast schon tote Biene gerettet habe, dank Warmhauchen und füttern mit Akaziensirup in Wasser aufgelöst. Sie hatte sich nicht mehr bewegt und ich habe bestimmt eine halbe Std lang um sie gekämpft. Als sie dann tatsächlich wegflog habe ich Rotz und Wasser geheult, weil es eben das ist was unsere Aufgabe hier ist. Alle Geschöpfe respektieren, Lieben, Helfen, Bewahren, Bewundern, Gutes Erschaffen 😉

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