Das ZDF und die weißen Elefanten

Ein alter Anstaltswitz geht ungefähr so:

Psychiater: „Herr Müller, warum haben Sie denn in ihrem Zimmer überall Puder verstreut?“

Patient: „Na, damit keine weißen Elefanten hereinkommen.“

Psychiater: „Aber Herr Müller, hier gibt es doch gar keine weißen Elefanten!“

Patient: „Sehen Sie? Es wirkt!“

An diesen alten Witz wurde ich erinnert, als ich bei Markus Lanz (ich wollte eigentlich nur Alice Weidel sehen) folgende Grafik sah:

Quelle: ZDF-Mediathek

Die Grafik zeigt die durchschnittliche Inzidenz in Deutschland im zeitlichen Verlauf seit Januar 2021.

Markus Lanz behauptete steif und fest, der jüngste Abfall der sowieso schon zweifelhaften, da in weiten Grenzen manipulierbaren Inzidenz käme durch das Infektionsschutzgesetz aka Bundes-Lockdown. Er insistierte regelrecht penetrant und unterbrach seinen Gesprächspartner, obwohl es keine einzige Untersuchung gibt, die die Wirksamkeit der Maßnahmen belegen könnte und eine Korrelation bekanntlich noch keine Kausalität ist. Obwohl Experten vor kurzem noch darauf hingewiesen hatten, dass eine Wirksamkeit des Bundeslockdown, wenn überhaupt, erst mit einer Verzögerung von Wochen eintreten würde, ging es, dem ZDF zu glauben, diesmal ganz schnell.

Virusepidemien verlaufen immer in Wellen. Bei anderen Erkrankungen wie Grippe hat es auch dieses Auf und Ab gegeben, ohne dass besondere Maßnahmen ergriffen worden wären. In anderen Ländern wurden sogar weitgehende Öffnungsmaßnahmen durchgeführt, obwohl die Inzidenzen viel höher waren als in Deutschland. Trotzdem sind auch dort die Werte im weiteren Verlauf gesunken. All dies legt ein weitgehend natürliches Geschehen nahe.

Die These von Herrn Lanz steht also auf sehr schwachen Füßen und ich hatte schon Anfang des Jahres vermutet, dass uns noch weitere Wellen bevorstehen und dass man dann weitere harte Maßnahmen ergreifen würde. Um aus der Nummer wieder rauszukommen, würde man bei dann bei natürlicherweise sinkenden Zahlen behaupten, die staatlichen Maßnahmen hätten gewirkt.

Boris Reitschuster hat immer wieder in der Bundespressekonferenz nachgefragt, ob es dazu Studien oder belastbare Erkenntnisse gibt und worauf sich die Bundesregierung in ihren Entscheidungen stütze. Er bekam nur abblockende oder ausweichende Antworten. Die einzige konkrete Antwort bestand darin, dass es eine politische Entscheidung sei, womit angedeutet wurde, dass es gar keine Sachgründe gibt. So ist auch die Grenze von 165 das Ergebnis eines politischen Kompromisses zwischen Bund und Ländern und nicht etwa sachlich begründet.

Also geht derzeit die Inzidenz zurück, weil es zur Jahreszeit passt und jede Welle eben auch wieder abebbt. Denn bei einer durchgehend exponentiellen Entwicklung, wie sie im Frühjahr 2020 kurzzeitig angenommen worden war, hätten wir längst einen Erkrankungsgrad von 100 % erreicht. Dies ist eine einfache Exponenzialrechnung.

Dem Framing in den öffentlich-rechtlichen Anstalten tut das allerdings keinen Abbruch, dort werden die Schutzbehauptungen der Regierung nach wie vor übernommen. Und die sind einfach nur noch gaga.

Ich bin noch nicht fertig mit dem Ansehen der Sendung, große Lust auf den Rest habe ich allerdings nicht mehr. Es geht längst nicht mehr um kontroverse Meinungen zu einem schwierigen Thema, sondern darum, dass mein gesunder Menschenverstand elementar beleidigt wird. Naja, was kann man für acht Milliarden im Jahr schon erwarten…

Ein Kommentar zu „Das ZDF und die weißen Elefanten

  1. Hurra, ich bin nun fertig mit dem Ansehen, allerdings auch physisch fertig. So viel Geplapper allein vom Regierungssprecher Lanz ist schon verdammt anstrengend.Dazu auch noch die Spieglein Dame, welche vielleicht mal Herrn Höckes Holocaust Denkmal Spruch mit dem ihres geistig noch in der Oberklasse agierendem Rudolf Augstein zum selben Thema vergleichen sollte. Natürlich darf man aber auch keine zu hohen Erwartrungen hegen, die Menschen überfordern.

    Mit am lustigsten fand ich aber doch Regierungsberater Prof. Timo. Nun wird mir auch so manche nebelhaft erscheinende Regierungsmaßnahme betr. Corona klarer. Köstlich seine Aussage, die nächtliche Ausgangssperre soll verhindern, dass Menschen die rausgehen, woanders wieder reingehen. Ja, wo laufen sie denn? Nun gut, bis 21.59 Uhr dürfen sie das ja, und dann bleiben sie halt die Nacht über dort wo sie reingegangen sind. Fürwahr wohl durchdacht und hoffentlich ohne millionenschwere Hilfe von Mc Kinsey & Co.
    Übrigens wie geht das nun, wenn Restauarants im Außenbereich bis 22 Uhr bald öffnen dürfen? Wohnen dann alle Gäste im selben Haus oder müssen sie auch die Nacht im Freigarten verbringen? Natürlich ohne service.

    Als ab Minute 20 Frau Weidel doch noch in die Gespräche mit einbezogen wurde kam ja auch endlichj noch Freude auf. Die bekannten Seiten, die im Netz bei der Vorschau solch wirres Zeug von ihrer angeblichen Blamage durch diesen Virologie Professor schrieben, müssen in einem anderen Film gewesen sein. Vielleicht hatten die Schreiber ja noch spätes home office oder mussten für ihre Kinder nebenbei die Hausaufgaben machen.

    Spitze des Abends war für mich unter einigen Favoriten aber eindeutig die Lanzsche Aussage, der black friday hätte 30 000 Menschenleben gekostet. Um nicht mein eigenes auch noch über Gebühr zu gefährden mache ich nun besser Schluss.

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