Denunziantenstadel „Tagesspiegel“ (Update)

Es tut weh, zu sehen, wie der „Tagesspiegel“, eine einstmals seriöse linke Hauptstadtzeitung (die ich früher gern gelesen habe und wo ich öfter kommentiert habe), in den Sog der gesellschaftlichen Spaltung gerät und gemeinsame Sache mit linksextremen Aktivisten macht.

Dieser Artikel ist ein Tiefpunkt des Journalismus:

Die einst linksliberale Zeitung ist journalistisch regelrecht abgestürzt. Dies war anhand der Reaktion auf die Kampagne der Künstler bereits vorher auszumachen und ich hatte das in meinem Blog behandelt, bevor der genannte Artikel erschien.

Den neuen Artikel hatte ich dann zwar auch gelesen, aber ignoriert. Es war mir einfach zu blöd und gesundheitlich anstrengend, mich mit dieser Masse von perfiden Unterstellungen einzeln auseinanderzusetzen. „Netzwerk Antischwurbler“ ist genauso Haß- und Verachtungssprache, wie seinerzeit „Antifa Zeckenbiss“, die das „Hetzjagd-Video“ aus Chemnitz in Umlauf brachten. Da weiß man gleich, wo es herkommt. Die Verzahnung linker Medien mit linksextremen Trüffelschweinen schreitet offenbar weiter fort.

Vera Lengsfeld war fleissiger. Sie hat heute noch einmal nachgelegt. Der Inhalt des TS-Artikels ist einfach nur Denunziation und hetzerisches „Stürmer“-Niveau. Wie immer bei solchen „Faktencheckern“ werden „rechte Netzwerke“ vermutet und persönliche Beziehungen werden in den Geruch bandenmäßigen politischen Aktivismus gebracht. Linksidentitäre Kontaktschuld spielt auch hier die entscheidende Rolle. Zudem hat der Regisseur Dieter Brüggemann, der entscheidend an #allesdichtmachen beteiligt war, diesen Schlag unter den Gürtellinie in allgemeiner Form souverän pariert. Es ist nur traurig, dass dieser Blog nie die Reichweite haben wird, wie der „Tagesspiegel“.

Der „Tatort“ vom Sonntag mit Jan-Josef Liefers hat erfreulicherweise fast einen Quotenrekord eingespielt. Es war schon in der DDR so, dass kritische Künstler durch Popularität geschützt wurden. Liefers hat im Moment nichts zu befürchten, für die anderen Teilnehmer, die weniger bekannt sind, dürfte das aber nicht gelten. Die Rache der linksidentitär gesinnten Entscheider im Medienbereich wird gründlich sein.

Update: Es wird noch schlimmer. Eine Mitarbeiterin der SPD-Bundestagsfraktion hat den Arzt Paul Brandenburg, dem im „Tagesspiegel“ ein finsteres Drahtziehertum in Bezug auf #allesdichtmachen unterstellt wurde, bei dem Vermieter des von ihm betriebenen Testzentrums denunziert, worauf dieser den Vertrag umgehend kündigte. „Ich möchte nicht mit einem Demokratiegefährder unter einem Dach leben.“

Denunzation, die an die finstersten Zeiten der deutschen Geschichte erinnert. Bärbel Bohley hat diese Entwicklung schon 1990 vorausgesehen.

2 Kommentare zu „Denunziantenstadel „Tagesspiegel“ (Update)

  1. Da habe ich doch tatsächlich mal von dem Angebot dieser ehemals ganz guten Zeitung mit fairer Berichterstattung Gebrauch gemacht, online 30 Tage gratis mit (Links)nachrichten versorgt zu werden.
    Was für eine Veränderung gegenüber früher. In den 60er und 70er Jahren war der Verlag obendrein so nobel, uns Postlern, die wir nahe des Verlagsgebäudes in der Potsdamer Straße tätig waren, täglich reichlich Gratisexemplare zu schenken.

    Muss aber nun gestehen, nach einer Wioche hielt ich es nicht mehr aus und habe gekündigt. Seitdem auch nichts mehr erhalten, bis auf die freundliche Nachfrage mit der indirekten Erinnnerung, nun wird bald kassiert.

    Dabei hätte ich doch gewarnt sein müssen. Die Redakteure verschicken ja auch für alle Berliner Bezirke dauerhaft gratis Mitteilungen. „Mein“ Steglitz/Zehlendorfer Spezi Boris B. hat natürlich auf meine kritischen Einwände niemals reagiert. Also säuberte ich schließlich mein Postfach auch schon von diesen.

    Abseits des Themas heute die Nachricht: Jens Lehman wurde aus dem Hertha BSC Aufsichtsrat rausgeschmissen. Hatte er sich doch erdreistet, in einer Nachricht an den Sender sky zu fragen, ob der Spieler Aogo deren Quotenschwarzer ist, smiley.
    Nun ja, hoffentlich werden solch ungeheurliche Beleidigungen noch lange strafrechtlich nur mit Bewährung geahndet. Aber vielleicht bin ich als Angehöriger der Kartoffelrasse hier auch zu empfindlich.

    lucy.rasch@tagesspiegel.de
    Betreff: Re: Liefern wir, was Sie wissen müssen?
    Bestätigen Sie bitte meine Abmeldung. Ich möchte für einseitig linke Berichterstattung nicht auch noch bezahlen.
    Rainer Seifert

    Hallo Herr Seifert,
    Ihre Abmeldung ist erfolgt. Die E-Mail die Sie erhalten haben, wurde fälschlicherweise von unserem System ausgelöst.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Lucy Rasch

    Beraterin Fachinformationen
    Tagesspiegel Fachinformationen
    Verlag der Tagesspiegel GmbH

    Gefällt 2 Personen

  2. Aus TS; „Korrektur: Der Tagesspiegel hat sich entschieden, das Netzwerk anders als in der ursprünglichen Überschrift zu diesem Zeitpunkt nicht als „antidemokratisch“ zu bezeichnen.“

    Kann man darauf hoffen, dass man dort verstanden hat, in der Formulierung zu weit gegangen zu sein? Auch wenn es abgestritten wird, dass es einen Shitstorm gab/gibt wird dieser wohl doch unerwartet heftig gewesen sein.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.