Der schwarze Herzog

Auf Netflix läuft zur Zeit die Historienserie „Bridgerton“. Sie ist unterhaltsam und erfolgreich, zwar nicht historisch, aber doch politisch korrekt. Das gesellschaftliche England der Upper Class um 1815 bevölkert eine bunte, diverse Gesellschaft: vom schwarzen Herzog bis zur farbigen Hofdame. Die Negativfiguren, wie zum Beispiel die mächtige Klatschreporterin, sind selbstverständlich puderweiß.

Als ich den Trailer sah, war ich zunächst irritiert: Ich habe ja nichts gegen Geordi La Forge im Weltraum, aber ein schwarzer Herzog am britischen Königshof? Um diese Zeit gab es zwar einige Schwarze in London, aber sie waren entweder Seeleue oder im weitesten Sinne im Dienstleistungsgewerbe beschäftigt. Sie gehörten ausnahmslos zu den unteren Gesellschaftsschichten. Erst acht Jahre davor war in Großbritannien die Sklaverei abgeschafft worden. Ein „diverser“ Hofstaat oder gar schwarze Adlige wären völlig undenkbar gewesen.

Einen der männlichen Hauptfigur entsprechenden jungen schwarzen Herzog hat es also mit Sicherheit in England nie gegeben. Das ist schon eine bedeutende Verfälschung der Geschichte, aber was tut man nicht alles, um selbst im historischen Drama noch die vorherrschenden politischen Vorstellungen zu verwirklichen.

So ist das mit der politischen Indoktrination: Man muss nicht nur die Gegenwart lückenlos durchdringen, sondern auch die Illusion schaffen, dass alles immer schon so gewesen sei und damit ganz natürlich. Eine Userin auf YouTube bringt es auf den Punkt:

Es suggeriert dem dummen und nativen Zuschauer, dass Europa schon immer „bunt“ war, damit er weiterhin pennt, während Europa und andere Länder weiterhin enteuropäisiert werden.

„Enteuropäisierung“ als Normzustand, heute, morgen und immer schon so gewesen.

Kann man nicht wenigstens in der Unterhaltung der Indoktrination entkommen?

4 Kommentare zu „Der schwarze Herzog

  1. Netflix, Troja, Achilles, Schwarz. Nein werden Sie nicht. Unsere Kinder werden wahre Geschichte verlieren, wenn wir Ihnen nicht beibringen, genau hinzuschauen. Und mein Lieblingsthema: Sport.
    Agitationsbühne gegen Rassismus und für Diversität und Buntheit, ole, ole. Meine Güte, das nervt nur noch….

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  2. Bislang ist ja auch nur den wenigsten Menschen bekannt, dass Robin Hood und Sir Francis Drake (der von ihrer Majestät Elisabeth 1. wegen seiner blutigen Kapereien für sich und die britische Krone in den Adelsstand erhobenen Pirat), ebenfalls Schwarze waren.
    Aber keine Angst, das kommt schon bald nach.

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  3. Aha, fällt das nicht genau in die Zeit, als auf dem 5. Kontinent Weiße, vornehmlich Briten, die eingeborenen Aborigines als Tiere angesehen, sie erbarmungslos gejagd und in einer Weise abgeknallt haben, dass heute sogar jeder faire Waidmann bei der Jagd vor Scham erblassen würde und sämtliche Tierschützer des ganzen Landes am Hals hätte? Ist aber nicht mehr groß erwähnenswert, die Mörder waren ja kaum Deutsche.

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  4. Nein, niemand kann sich der Indoktrinierung entziehen und ich bin sicher, die meisten Menschen merken es noch nicht einmal! Läuft ja auch so in den Serien der MM und in der Werbung sowieso!
    Bin gespannt, wann Robison Crusoe neu verfilmt wird, ein POC (Schwarzer darf man ja nicht schreiben), noch besser ein weiblicher oder gender POC landet auf der Insel und eines Freitags kommt dann ein dummer alter weisser Mann dazu… siehe auch der neue Bond, es ist so lächerlich!

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