Mailwechsel über Wahrlügen zur US-Wahl

Ich dokumentiere hier einen Mail-Briefwechsel mit einem Freund, der beim Thema der US-Wahl im Wesentlichen die Linie der deutschen Medien vertritt. Da ich mir gut vorstellen kann, dass solche Diskussionen gerade jetzt in vielen Freundeskreisen im Lande stattfinden, nehme ich ihn in meinen Blog auf.

Wir hatten uns zunächst nach einiger mündlicher Diskussion darauf geeinigt, das Thema auszulassen, aber dann stimmte mein Freund zu, dass ich ihm Informationen zum Wahlbetrug zusammenstelle. Ich stützte mich dabei im Wesentlichen auf das Material von sciencefiles.org und EpochTimes.de, das ja sehr umfangreich ist. Ich erwartete eigentlich keine Reaktion auf die sehr lange Mail, die ich hier weglasse.

Dann bekam ich doch noch nach einigen Tagen folgende Mail als Antwort:

Lieber Hans-Hasso, das Folgende sagt der Vizegouverneur als Republikaner in Georgia zu Trumps Betrugsphantasien:

»Die Berge an Falschinformationen helfen diesem Prozess nicht, sie schaden nur«, sagte Georgias republikanischer Vizegouverneur Geoff Duncan dem Sender CNN. Er selbst habe für Trump gestimmt und ihn im Wahlkampf unterstützt, sagte Duncan. »Und unglücklicherweise hat er in Georgia nicht gewonnen.« Auf Nachfrage sagte Duncan sogar: »Es ekelt mich absolut an.«

Viele Grüße xxx

Diese Aussage kannte ich nicht. Ich gebe zu, das saß erst mal. Ich antwortete zunächst wie folgt:

Lieber xxx, Du schreibst von „Betrugsphantasien“. Das ist einseitig abkanzelnd und wird der Sache nicht gerecht. Es geht längst nicht mehr nur um Trump. Es geht darum, das amerikanische Wahlsystem zu retten, letztendlich den Glauben daran, dass die amerikanische Demokratie noch funktioniert.

Zu der Aussage des Vizegouverneurs:

Ein „Dissident“ aus den eigenen Reihen der bekämpften Partei sieht immer besonders glaubwürdig aus. Dies hat man mehrmals bei der AfD durchexerziert. 
Mich überzeugt das nicht: Die „Berge an Falschinformationen“ lassen sich nicht so elegant vom Tisch wischen. Sie sind nämlich mit eidesstattlichen Versicherungen abgesichert, und die gelten in den USA vor Gericht als Beweis. 

Hier ein Beispiel aus Nevada (Screenshot). Man kann davon ausgehen, dass in Georgia auch genügend eidesstattliche Versicherungen vorliegen. Allerdings ist der Fokus der Vorwürfe in den einzelnen Bundesstaaten jeweils etwas anders.

Andererseits hat eine solche knackige Aussage bei einem komplizierten Thema immer den Vorteil, dass man sich nicht mit den Einzelheiten beschäftigen muss. Auch dieser Umstand dürfte CNN bekannt sein. Der ausgedrückte Ekel gehört heutzutage zur rhetorischen Grundausstattung jedes Nutzers, der schon einmal ein soziales Netzwerk benutzt hat. Es gibt sogar ein Emoji dafür: 🤮

Zum Stand in Georgia:

https://sciencefiles.org/2020/11/30/us-wahl-erfolg-in-georgia-dominion-wahlmaschinen-im-zentrum-des-wahlbetrugs/

To be continuned.

Wir sollten darauf verzichten, das Thema weiter zu erörtern. Ich habe dir ein paar Informationen gesandt, du hältst nichts davon. Das war vorauszusehen, da du dich schon vorher so geäußert hattest. Ich habe das auch nur getan, da du zugestimmt hattest.

Weder du noch ich haben die Kompetenz, in diesem Fall endgültig zwischen wahr und unwahr zu richten. Ich wollte nur ein wenig Sand ins alszu glatt laufende Propagandagetriebe streuen. Im Übrigen gilt: 

Recht in der Öffentlichkeit behält, wer die besser organisierten Schreihälse am Start hat. 

Gruß Hans-Hasso

Damit war für mich zunächst die Sache erledigt. Aber das Thema ließ mir dann doch keine Ruhe. Wie kommt ein Vizegouverneur zu so einer extremen Aussage? Und woher stammt der kopierte Abschnitt in der Mail des Freundes? Ich recherchierte weiter und schrieb ihm dann folgende Ergänzung:

Lieber xxx, die Aussage des Vice Gouv. hat mir dann doch keine Ruhe gelassen. Deshalb gestatte mir hier bitte noch einen Nachtrag.

Ich wollte  wissen, was bringt einen stellvertretenden Gouverneur zu einer so extremen Aussage? Noch dazu gegen ein Parteimitglied, das Trump ja ist?
Da stieß ich zunächst einmal auf die Quelle, die du kopiert hattest. Es handelt sich um ein landesweit bekanntes Magazin, das früher einmal als Hort seriöser Hintergrundinformation galt. Das berichtet zwar auch heute nicht unbedingt Relotius-falsch, aber doch sehr einseitig und selektiv. Insofern wollte ich unbedingt die Originalquelle der Info bei CNN finden:

https://edition.cnn.com/videos/politics/2020/12/06/geoff-duncan-georgia-trump-election-tapper-sotu-sot-vpx.cnn

Der kurze Text rechts an der Seite brachte mich weiter: 

President Trump has repeatedly and falsely attacked Georgia election officials, including the secretary of state whom he called an „enemy of the people“ and Republican Gov. Brian Kemp, for their handling of the presidential election.

Damit war die Sache klar: Trump hatte seinen Chef, den republikanischen Gouverneur Brian Kemp, angegriffen. Da musste der Vice natürlich als treuer Hofhund eingreifen und seinen Herrn vehement verteidigen. Da CNN für die Demokraten trommelt, war das für die ein gefundenes Fressen. Und für den „Spiegel“ natürlich auch. Der hat die entscheidende Hintergrundinformation aber weggelassen und stattdessen die Aussage allein für sich stehend verwertet, da ohne die Kenntnis des Hintergrundes viel mehr Pfeffer drin ist.

Das kenne ich auch alles aus meinen Auseinandersetzungen mit der Anti-AfD-Propaganda. Beispiel „Vogelschiss“: Man nahm das Wort und setzte es in einen abgewandelten Zusammenhang. Niemand in den seriösen Medien hat auch nur einen Teil der Originalrede von Gauland zitiert. Falls es dich interessiert, kannst du sie hier nachlesen:

https://aktuellezeitkultur.wordpress.com/2019/09/07/was-ist-buergerlich/

Jede Propaganda lebt von den Widersprüchen der Gegenseite. Das war sogar schon beim „Schwarzen Kanal“ von Schnitzler so, der hatte ja auch nicht nur gelogen. Die teilweise haarsträubenden Fälle aus der „BRD“ waren ja echt. Trotzdem war es summa summarum Propaganda.

„Wahrlügen“. Der Begriff gefällt mir.

Jetzt artet die Sache aber langsam in Arbeit aus. Das passiert mir fast immer, aber es ist notwendig, wenn man einer Sache auf den Grund gehen will. Und in meiner Jugendzeit war es üblich, es ist nur heute aus der Mode gekommen, wo man vorwiegend mit Halbsätzen arbeitet und ein 1:30-Statement schon viel zu lang ist. Aber ich leiste mir diesen Luxus gern.

Lieber xxx, ich hoffe, ich bin dir mit dieser Erörterung nicht zu sehr auf den Wecker gefallen. Ansonsten herzliche Grüße auch an yyy bis zu unserem nächsten Treffen.

Gruß Hans-Hasso 

Soweit der Mailwechsel. Ich werde das Thema in Zukunft tunlichst vermeiden. Es hat keinen Sinn, gegen die übermächtige Phalanx sämtlicher etablierten Medien anzukämpfen, wenn jemand sich immer noch am „Spiegel“ orientiert. Der Schritt, dieses Organ raffinierter Desinformation und politischer Einseitigkeit aus dem eigenen Portfolio zu entfernen, muss erst einmal selbst gegangen werden.

Ergänzung: Mir geht es folgendermaßen: Je lauter das offizielle Getrommel für eine Sache ist, je mehr sich alle einig sind, dass es sich jetzt so und so verhalte, desto mehr zweifle ich das Ganze an. Das ist eine typische DDR-Einstellung. Viele, die im Westen aufgewachsen sind, sind da anders. Ich muß sagen: Leider, denn genau dort setzt die Propaganda an. Ich habe die DDR nur relativ unbeschadet überstanden, weil ich beizeiten gelernt habe, mich dagegen zu wehren.

4 Kommentare zu „Mailwechsel über Wahrlügen zur US-Wahl

  1. Pepe0812, das ist wohl wahr. Leider kommt man bei Menschen, die sich an den traditionellen Medien orientieren, damit nicht weit. Es ist wie eine Denkblockade, die mantraartig in den Medien wiederholte Aussage „es gibt keinen Beweis“ wirkt. Ich bin auch davon überzeugt, dass es massiven und organisierten Wahlbetrug gegeben hat. Aber ich habe inzwischen aufgegeben, mich im Bekanntenkreis dazu zu äußern. Ich hoffe nur noch, dass wenigstens ein Teil der Betrügereien aufgedeckt wird, selbst wenn Biden das Rennen macht, wofür alle Anzeichen stehen. Wir werden es am 14. Dezember wissen. Es würde enormen Mut von den Richtern erfordern, eine Verfassungskrise und eventuell einen Bürgerkrieg zu riskieren. Die Gegenkräfte sind einfach zu stark, da kommt die Wahrheit unter die Räder.

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  2. Hallo Herr Stamer, ich weiß leider auch nicht, wie es in den USA ausgeht und hoffe immer noch, dass Trump es nochmals schafft. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Democrats betrogen haben. Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, weshalb hätte man den Wahlbeobachtern dann den Zutritt verwehren sollen? Dann ist auch nichts gegen Verifizierung einzuwenden. Und wer wehrt sich gegen solche Massnahmen?

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  3. Gauland wollte sicherlich seinen Abscheu über die Nazizeit mit in den Begriff der geschichtlichen Kürze packen. Deshalb hat er ein etwas unappetitliches Wort gewählt. Dass er damit eine Steilvorlage für seine Gegner geliefert hat, war ihm ganz sicher nicht bewusst, sonst hätte er sich nicht hinterher entschuldigt. Außerdem ist er damit über deren Stöckchen gesprungen. Aber ich bin sicher, hätte er „Wimpernschlag“ gewählt, hätten sie ihm genau die Neutralität dieses Begriffs angekreidet.

    Das Problem der AfD ist, dass sie immer wieder in die Defensive gedrängt wird. Da hat Höcke vollkommen recht, der fordert, sich offensiv und einig auf die eigenen Agenda zu konzentrieren. Da war natürlich der Angriff von Meuthen in Kalkar kontraproduktiv, da er den Medien erlaubte, das eigentliche Thema des Parteitags, die soziale Agenda und das Rentenkonzept, zu ignorieren. Ich halte es für vollkommen illusorisch, dass es der AfD gelingen könnte, durch Anpassung an das Juste Milieu Akzeptanz zu gewinnen. Niemand braucht eine Merkel-CDU 2.0.

    Auf den Supreme Court bin ich auch gespannt. Es gibt ja einige Leute, die die Ansicht vertreten, die ersten gerichtlichen Niederlagen wären eingeplant gewesen, um keine Zeit zu verlieren, zum Supreme Court zu kommen. Das wäre aber meiner Meinung nach eine zu gefährliche Strategie gewesen. Wir werden es bald erfahren. Das Spiel ist noch nicht abgepfiffen.

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  4. Lassen wir uns doch einfach überraschen, wie das Thema „Wahlbetrug“ vor dem obersten US Gericht endet. Sicher, dort sind Trumps Reps in der klaren Überzahl, was aber nicht heißen kann, nicht nach Beweisen zu urteilen.

    Herrn Gaulands „Vogelschiss“ für die Jahre der Nazizeit war leider noch unglücklicher gewählt als sein misslungenes Boateng Beispiel. Hätte er doch nur stattdessen „Wimpernschlag“ gesagt. Dieses Wort lässt sich nicht ganz so leicht von gewissen Kreisen missbrauchen. Getan hätten sie es natürlich dennoch.

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