Geteert und gefedert, gesteinigt oder doch nur ignoriert?

Kai Gniffke ist der Vorsitzende des SWR, also immerhin der Chef einer ARD-Anstalt. Nun kamen von ihm laut „Junger Freiheit“ ganz erstaunliche Sätze.

Eigentlich selbstverständlich in einer demokratischen Gesellschaft, aber in der sind wir ja nicht mehr so ganz und in den Medien am allerwenigsten. Sie lassen aber vermuten, dass es tatsächlich noch Kräfte gibt in der ARD, die den Programmauftrag, nämlich eine ausgewogene und alle gesellschaftlichen Kräfte abbildende Berichterstattung zu liefern, ernst nehmen.

Gniffke sprach sich zudem dagegen aus, Politiker der AfD nicht mehr in Talkshows und politische Gesprächsrunden einzuladen. „Davon würde ich abraten. Wenn wir anfangen, zu unterscheiden, wer bei uns auftreten darf und wer nicht, kommen wir argumentativ ganz schnell in den Wald“, warnte er. „Die AfD ist die größte Oppositionspartei im Bundestag. Deswegen haben wir diese Leute nicht nur abzubilden, sondern auch mit denen zu reden.“

Schon 2018 hatte die Redaktion der ARD-Talksendung „hart aber fair“ AfD-Fraktionschef Alexander Gauland zur unerwünschten Person erklärt und angekündigt, ihn nicht mehr einzuladen. Darauf angesprochen sagte Gniffke nun: „Ich halte nichts von einem Bann über einzelne Personen. Was macht man denn, sollte Höcke thüringischer Ministerpräsident werden? Ihn nicht zu Wort kommen lassen? Das wird schwer …“

Die ARD habe den Auftrag, die Gesellschaft zusammenzuhalten, erläuterte Gniffke und verteidigte in dem Zusammenhang auch sein Interview mit der „Jungen Freiheit“ sowie eine öffentliche Diskussion mit Vertretern der AfD. „Das bedeutet für mich, den Dialog nicht abreißen zu lassen – auch mit denen nicht, die uns ganz schrecklich finden oder die uns gar abschaffen wollen. Solange es uns gelingt, mit denen eine halbwegs respektvolle Debatte zu führen, werde ich die führen.“

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Das demokratische Verständnis des Herrn Gniffke ist sicher aller Ehren wert. Er geht mit diesem zeitgeistkritischen Standpunkt durchaus ein Risiko ein.

Nun ist Gniffke ein Schwergewicht, sie werden ihn kaum mit einem Shitstorm überziehen. Ich nehme aber an, die Sache wird von den großen Medien ignoriert und wie üblich im Sande verlaufen. Gerade in Bezug auf die AfD glauben sie inzwischen, sich das leisten zu können. Aber ich werde das Programm des SWR in Zukunft stärker beachten. Vielleicht schlägt sich ja diese Chefmeinung im Programm doch irgendwie nieder.

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