Hochgekocht

Wegen der NSU 2.0-E-Mail-Briefschreiber mit heißem Draht zum hessischen Polizeicomputersystem schlägt ja das politische Besserdeutschland gerade wieder mal Riesenrad. Ganz schlimm, die Welt geht unter, die Polizei ist rechtsverseucht („rechts“ wird längst mit rechtsextremistisch synonym gebraucht) und die faschistische Machtergreifung steht – gefühlt – unmittelbar bevor. Publizistisch wird dabei eine „Säuberung“ der Polizei vorbereitet nach dem Motto: es gibt nichts, was man nicht für eigene Zwecke politisch instrumentalisieren könnte.

Dagegen hilft dann nur noch die „Linke“, die gewaltfreie Mauerschützenpartei, die Polizei fällt ja aus. Konsequenterweise brachte die „Welt“ ein Interview mit Petra Pau, die dann noch mal bedrohungsmäßig kräftig nachlegte. Soweit, so hysterisch: Der Medienkonsument als Pawlowscher Hund. So hätten sie es jedenfalls gern.

Dabei ist Gewalt gegen Linke von vergleichsweise untergeordneter Bedeutung. Aber die Medien ergreifen jede Gelegenheit, das Thema hochzukochen und einseitig zu framen. Nicht in einem (vernünftigen) Sinne: jede Gewalt sei zu verurteilen. Es geht immer nur um „rechte“ Gewalt gegen links. Zur Not reicht dann schon mal ein Luftgewehr für die Feststellung einer Terrorgruppe (die „Rechtsterroristen“ von Chemnitz).

Damit wird ein einseitiges Bild erzeugt, denn die meisten Gewaltaktionen gehen von Linksextremen aus. Der linksextreme Terror gegen AfD-Mandatsträger ist schon längst Alltag und wird sogar in einem offiziellen Dokument des Bundestages bestätigt:

AfD Hauptopfer von politischer Gewalt
Inneres und Heimat/Antwort – 28.05.2019 (hib 622/2019)

Berlin: (hib/HLE) Politische Gewalt gegen Parteien in Deutschland richtet sich zumeist gegen Mandatsträger und Einrichtungen der AfD. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (19/10403) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/9862) hervor. Danach wurden im ersten Quartal 2019 217 Straftaten gemeldet, die sich gegen Repräsentanten oder Mandatsträger von Parteien richteten. Davon wurden 114 Straftaten gegen Mitglieder oder Mandatsträger der AfD verübt. 21 Straftaten betrafen Repräsentanten oder Mandatsträger der SPD, 19 der Grünen, 16 der Unionsparteien, und neun Straftaten betrafen Politiker der Linken. Vier Straftaten konnten Repräsentanten oder Mandatsträgern anderer Parteien zugeordnet werden.

Im ersten Quartal 2019 wurden zudem nach Angaben der Bundesregierung 103 Straftaten gemeldet, die dem Unterangriffsziel Parteigebäude zugeordnet wurden. Davon betrafen 41 Straftaten Einrichtungen der AfD. 14 Straftaten betrafen Einrichtungen der Unionsparteien, 13 Einrichtungen der SPD, zehn Büros von den Grünen, neun von den Linken und vier von sonstigen Parteien.

Ich habe mal gegoogelt, ob es auch Brandanschläge gegen die Autos von Linken-Politikern gab (AfD-PKWs sind ja inzwischen so viele in Flammen aufgegangen, dass man es schon gar nicht mehr zählen kann).

Ergebnis: Zwei oder drei.

Ergänzung: Selbstverständlich sind solche Drohmails zu verurteilen. aber genauso sollte es selbstverständlich sein, dass es bei der Verurteilung keine politischen Präferenzen gibt.  Cybermobbing, wozu auch Drohmails gehören, ist aber bereits Alltag, es betrifft nicht nur Politiker, sondern z.B. auch Blogger, wie der untenstehende Screenshot zeigt.

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2 Kommentare zu „Hochgekocht

  1. Woher wissen wir eigentlich, ob es sich bei diesen illegalen Zugriffen auf Polizeicomputer und anschließemde verbrecherische Drohmails nicht um einen Trick handelt, um Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller die angeblich ständig steigende Bedrohung durch rechte Gewalt einzuhämmern? Der Gedanke mag etwas weit hergeholt sein, aber mich wundert inzwischen gar nichts mehr.

    Jeder Polizist, welcher derartige Taten begeht, muss sich doch darüber im Klaren sein, was bei Aufdeckung seinen Tuns mit ihm geschieht.

    Uns wurde stets von der Obrigkeit eingehämmert, wir dürfen Einzeltaten unserer lieben Dauergäste nicht verallgemeinern und polemisch auswerten.
    Und wie verfahren Regierungsstellen und die gesamte linkslastige Presse mit den Einzeltaten der Straftäter in Halle, dem Mord an Herrn Lübcke und dem total irren Täter von Hanau, der in seinem Wahnschreiben die halbe Menshcheit vernichten wollte? Wo bei diesem wahrscheinlich auch noch ein totales Versagen der Behörde des Generalbundesanwaltes zu beklagen ist, weil dort auf die irren Zuschriften eines Berechtigten zum Erwerb von Schusswaffen nicht reagiert wurde.

    Natürlich wird die gesamte rechte Szene mitverantwortlich gemacht und obendrein die tolle Möglichkeit zur Hetze gegen die AfD weidlich ausgenutzt. Nicht, wer von gewissen Stellen ungeliebte Wahrheiten als solche benennt ist an Verbrechen mitschuldig, sondern eher diejenigen, die mit dem Ergebnis ihrer Handlungen kriminell denkende Menschen erst zu einem solchen Irrweg verleiten.

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