Auf dem hohen Ross

Na sowas: „China hat die ganze Welt betrogen.“

Der Ausbruch der Corona – Pandemie wurde vertuscht. Das geht aus einem 15-seitigen Geheimpapier hervor, das die „Five Eyes“, eine Allianz von fünf führenden Geheimdiensten der Welt, darunter die USA und Australien, verfasst haben. Eine australische Zeitung hat es gemeldet und die „Bild“ macht eine große Story daraus.

Was sie unterschlagen: Deutschland hat sich genauso verhalten. Mindestens sechs Wochen lang wurde der Ausbruch heruntergespielt: „Wir müssen nichts tun, wir sind gut vorbereitet, wir sind gut aufgestellt.“ Wer auf die Gefahr hingewiesen hat, wurde als Verschwörungstheoretiker und Panikmacher dargestellt. Der Antrag der AfD-Fraktion im Bundestag vom 9. Februar, Bundesdrucksache 19/17128 , der entsprechende Maßnahmen forderte, spielte in den Medien keine Rolle. Am 18. März erst hat Merkel ihre Rede („Nehmt es ernst“) gehalten, daraufhin hat die gesamte merkelhörige Medienmeute quasi den Schalter umgelegt.

Von dem Tag an wurden die selben Leute, die vorher als Verschwörungstheoretiker und Panikmacher dargestellt worden waren,  als Verharmloser verunglimpft.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man den ganzen Tag lachen. Klar, China ist eine knallharte Diktatur und hat die WHO in der Tasche. Deshalb hat die WHO zum großen Teil mit Schuld. Aber das hätte man wissen müssen und berücksichtigen. Schließlich haben wir selber Geheimdienste und die Abhängigkeit der WHO von China ist bekannt.

Stattdessen hat man sich lieber hinter deren falscher Einschätzung verschanzt. Es ist ein Versagen der Bundesregierung, nicht rechtzeitig Vorsorge getroffen zu haben. Denn die Zweifel an der chinesischen Darstellung der Vorgänge bestanden von Anfang an und wurden auch in der alternativen Presse thematisiert. Bereits am 24. Januar merkte „Tichys Einblick“ an:

Das Coronavirus gefährdet auch Chinas Wirtschaft – und damit die Weltkonjunktur … Die WHO hofft derzeit, dass sich das Problem durch die chinesischen Maßnahmen in den Griff kriegen lässt, und empfiehlt keine Beschränkungen des internationalen Tourismus und Handels. Auch das Auswärtige Amt hält sich noch erstaunlich zurück: Das Risiko für Reisen nach Wuhan sei »moderat«.

Wie die Entwicklung gezeigt hat, war das eine folgenreiche Fehleinschätzung des Auswärtigen Amtes. Der Flugverkehr wurde erst sehr viel später gestoppt und zum selben Zeitpunkt wurden Warnungen aus dem Großhandel, dass es bereits eine Knappheit an Schutzmitteln gäbe, vom Bundesgesundheitsminister ignoriert.

Man hat China und der WHO „vertraut“, weil man das Problem lieber aussitzen wollte, als zu handeln. Denn die Konsequenzen und damit das Risiko wären erheblich gewesen, wie sich wenig später zeigte, als man sie dann doch – nun viel zu spät und damit weniger wirksam – ziehen musste: too little, too late.

Sie haben also keinen Grund, sich aufs hohe Ross zu setzen.

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