Schreck am Mittag

Das Rotschwänzchen neben dem Karussell ist echt. Ich hoffe, dass ich es retten konnte.

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Das rote Signallicht für die Katzen ging an. Ich ließ Susi rein und sah, dass sie einen Vogel quer im Maul hatte. Als ich sofort dazwischenging, flatterte der Vogel im Zimmer herum, Susi immer hinterher. Ich griff mir die Katze mit Vehemenz und setzte sie einigermaßen unsanft nach draußen.

Dann suchte ich den Vogel. Er saß oben auf einer Lautsprecherbox und japste. Ich griff mir das Handy und machte rasch ein Foto. Als ich ihn vorsichtig greifen wollte, flattert er ans Fenster, blieb aber zwischen den Jalousielamellen hängen und fiel herunter. Ich holte ein Handtuch aus dem Bad und konnte ihn damit im zweiten Versuch greifen. Er guckte mich an und bewegte immer noch seinen Schnabel auf und zu, das sah zwar niedlich aus, aber mir war natürlich klar, was er für eine Angst hatte. Glücklicherweise war er offenbar unverletzt.

Ich ging nach oben und öffnete mit einer Hand ein großes Dachflächenfenster. Dann hielt ich ihn nach draußen und nahm das Handtuch weg. Er flog sofort in hohem Bogen in Richtung der Tannen auf der Seeseite. Inzwischen ist Susi wieder drin, ohne Vogel.

Hoffentlich hat er nur einen Schreck bekommen.

Update: R. hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um einen Buchfink handelt. Sie hat sicher recht, da sie sich eingehend mit den hier heimischen Singvogelarten beschäftigt und sie auch fotografiert hat.

4 Kommentare zu „Schreck am Mittag

  1. Dann war der Ausgang ja sogar doppelt erfolgreich. Nun sind Sie obendrein gewarnt vor bislang anscheinend unbeachteten Gefahren.
    Mein Rat: Noch vor der Haustür immer eine Personenkontrolle vornehmen und vorsichtshalber die Adresse des zuständigen Försters, bzw. der ortsansässigen Jagdgemeinschaf, oder zumindest des Schützenvereins, bereitlegen.
    Wohl überflüssig zu erwähnen: Meiner Tante war damals eher weniger zum Lachen zumute.

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  2. Na gut, dann gilt dasselbe im Prinzip natürlich auch für den Buchfink. Rotschwänzchen gibt es bei uns auch. Die stoßen immer so drollige Laute aus. Im überdachten Durchgang zwischen Haus und Garage saß mal eins nachts auf dem Balken und fragte mich still aus zwei Metern Entfernung ob es sitzen bleiben darf. Natürlich durfte es, und es war sogar stubenrein.

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  3. Da haben das Rotschwänzchen und Sie ja nochmal Glück gehabt, Herr Stamer. Bei meiner Tante in Teupitz schleppte die Katze seinerzeit eine Ratte an, auch weitgehend unverletzt. Das gemeinhin wenig beliebte Tier, es handelte sich ja auch noch um eine volkseigene DDR Ratte, entschlüpfte unter ein Möbelstück, worauf das Schmusekätzchen mit großen Augen hilfeheischend die recht betagte einzige Bewohnerin des Hauses anschaute.
    Glücklicherweise lebte der örtliche Förster im Haus gegenüber und eilte umgehend zu Hilfe.
    In welch konkreter Weise er den Vorgang zum glücklichen Absch(l)uss brachte, entzieht sich der Kenntnis des Chronisten, aber ich denke, es gelang ihm ohne gröbere Verletzung seiner waidmännischen Berufsehre.

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