Die heimliche Begleiterin

Gestern abend besuchte ich auf ein Stündchen meine Nachbarn. Da Susi draußen war, kam sie mit. Die Katzen tun das öfter, wenn wir in der Umgebung unterwegs sind. Der Weg war nicht weit, Susi kam bis zur Eingangspforte mit und war dann weg.

Es war ein angeregter Abend, wir unterhielten uns hauptsächlich über die aktuelle Politik und ich vergaß die Katze völlig. Nach einiger Zeit musste ich auf die Toilette, ein kleines Fenster zur Auffahrt stand offen. Da hörte ich ein laut forderndes, bestens vertrautes Miau: Susi war aufs Grundstück gekommen und hatte vor dem Haus gewartet, bis ich wieder herauskomme. Obwohl sie mich nicht sehen konnte, hatte sie offenbar irgendwie mitbekommen, wer hinter dem winzigen Fenster war. Nun war sie der Meinung, dass es Zeit für den Heimweg sei. Ich schaute zur Haustür heraus: tatsächlich, da war Susi. Sie kam nicht herein, schaute mich aus einiger Entfernung an. Natürlich kam es mir nur so vor, dass da ein Vorwurf war.

Ich dachte: Eigentlich hat hat sie recht. Ich verabschiedete mich von meinen ob so viel tierischer Menschenliebe entzückten Nachbarn und Susi begleitete mich die paar hundert Meter zurück nach Hause. Offenbar hatte sie Hunger  und wusste, wie sie an Futter kommt.

Ich lebe gern hier draußen und einer der Vorteile besteht darin, dass man Katzen halten kann, die es nahezu paradiesisch haben: Mäuse satt auf dem angrenzenden Feld und Autos nur im Schrittempo. Und Menschen, die Dosen öffnen können.

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