Wie man Narrative festklopft

Es ging ja durch die Presse. Höcke wurde in Hindenburg-Pose gezeigt. Sieht man sich das Originalvideo seiner Gratulation an Kemmerich an, hat er aber keinesfalls diese Körperhaltung. Der Macher ist Frame für Frame durchgegangen, bis er die Stelle mit dem Kopf am tiefsten Punkt hatte. So wollte er das Narrativ von Höcke, dem Faschisten, festklopfen. Und die gesamte linke Presse, von der TAZ bis zur FAZ, greift das begeistert auf.

So geht subtile Manipulation. Aber ich bin nicht der einzige, dem das aufgefallen war. Was macht das mit Leuten wie mir? Das steigert die Wut und spaltet die Gesellschaft weiter. Bravo, Guy Verhofstadt, Mitglied der FDP-Fraktion der EU, vor dem Videoeditor. Sie haben erfolgreich für Ihre Claquere onaniert. Von meiner Seite überzeugen Sie damit aber niemanden. Und die einfachen Leute im Lande interessieren sich nicht für so etwas.

Eigentlich ist es nur eine Petitesse. Aber eine symptomatische. Es wird euch eines Tages genauso wegreißen wie die DDR-Führung. Auch wenn ich das nicht mehr erleben werde. Aber wenn doch, wird meine Freude grenzenlos sein. So grenzenlos wie heute die EU des Guy Verhofstadt.

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Hier ein Leserkommentar aus der „Jungen Freiheit“. Er kommentiert ein Zeitungsfoto, das ich aus Urheberrechtsgründen nicht zeigen kann, das aber bei selbem Motiv den Kopf Höckes nicht ganz so tief zeigt, und kommt dann auf den Tweet zu sprechen:

Diogenes: sagt:

Das ist doch mal ein schönes Foto vom „Tag von Erfurt“. Höcke, der Architekt der „Mehrheit-gegen-Links“, gratuliert Kemmerich, der mutigen Galionsfigur des Wahlbündnisses, zum Erfolg.

Ein Foto? Offenbar kein Foto, sondern ein Frame aus einem Video. Denn um die Welt ging (bzw. wurde geschickt) ein anderes Frame/Foto aus dem selben Video, um einen kurzen Augenblick zeitlich versetzt: Nämlich das Frame, das den „Tag von Potsdam“ propagandistisch instrumentalisiert.

Dieses Foto zeigt Hindenburg und Hitler, welcher seinen markanten „Diener“ macht.
Na, wenn das nicht der Beweis ist, daß Höcke der Wiedergänger Hitlers ist, der die von „Rechts“ dargebrachte Macht (demütig, aber tatendurstig) ergreift.

Wir sehen wieder einmal, wie Propagandisten „arbeiten“. Früher retouchierte man Bilder, heute wertet man Videos aus.

Höckes “Diener“ war eine unabsichtliche Bewegung. Hitlers „Diener“ folgte dagegen einer Logik, und das betreffende Foto hatte auch ohne Manipulationsabsicht einen hohen Symbolwert. Die Botschaft: Die „von Gottes Gnaden“ regierenden Alten Mächte belehnen die gottgewollte Macht-der-Zukunft mit der Herrschaft.

Ein Kommentar zu „Wie man Narrative festklopft

  1. Für jeden sehenden Menschen war es sehbar, für Menschen, die Hintergründe sehen und erkennen, war auch leicht die Motivation erkennbar.
    Alle Pressefotos bildeten dankbar diesen Bruchteil einer Sekunde ab, in Videos bei talk-Runden wurde dieser Moment groß an derWand fixiert. Was könnten wir für herrliche Fotos der kanzlerin betrachten, würde bei ihr ähnlich manipulativ verfahren.
    Wir haben einen ähnlichen Fall, wie beim linken, gerichtlich festgestellt, geistig behinderten RAF tätowierten Hitlergrüßer, der gefühlt hunderte Male seinen Gruß über alle Bildschirme – vermutlich der ganzen zivilisierten Welt – verbreiten dirfte, und damit Deutschlands Ansehen Schaden zufügte.
    Aber das ist den Fälschern auf den Spuren Sudel-Edes egal. Hauptsache, man kann wieder ein paar Scheinargumente für den angeblichen Rechtsruck und die große Gefahr einer neuen Machtergreifung durch Nazis der gutgläubigen Bevölkerung weismachen.

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