Zitat des Tages

Es wird aus aktuellem Anlass Zeit, Björn Höcke daran zu messen, was er selbst aussagt und nicht das, was andere über ihn schreiben. Denn zu Wort kommt er in der deutschen Presse überhaupt nicht. Und ich werde den Gedanken nicht los, dass dies Absicht ist. Dass man nur mit gezinkten Zitatschnipseln das Bild vom Ultrarechten und Nazi aufrechterhalten kann, das man so dringend braucht. Deshalb kommt er hier ausführlicher zu Wort:

Der Nationalsozialismus und Faschismus sowie der Kommunismus versuchten  Anfang des 20. Jahrhunderts, mit brachialen Mitteln und Methoden die Krisen der Moderne in den Griff zu bekommen, scheiterten aber dramatisch und hinterließen Trümmerfelder, auf denen sich der zersetzende Materialismus noch ungezügelter ausbreiten konnte.

Björn Höcke im Interview durch Sebastian Hennig in „Nie zweimal in denselben Fluss“.

Er nimmt auch zum Begriff „völkisch“ Stellung:

Hennig: „Die deutsche Linke sieht das ganz anders: Sie brandmarkt alles Volksbezogene mit dem Totschlagwort »völkisch«.“ Höcke ergänzt:

Das betrifft nicht nur die Mehrheit der heutigen Linken, diese Bezeichnung ist bereits tief in das Altparteienkartell und die Mainstreammedien eingedrungen und wird gegen jeden in Stellung gebracht, der irgendwie noch ein positives Verhältnis zum Volk hat. Es gibt wohl keinen Artikel oder Bericht über mich, in dem nicht wenigstens zwei bis dreimal das Attribut »völkisch« auftaucht, meist mit der Verbindung »rassistisch«. Schon diese Wortkombination ist Unfug, denn Völker sind keine Rassen, sondern bestenfalls Legierungen selbiger.

Wer den Völkern an den Kragen will, fördert im Grunde den »Rassismus«, denn er verzwergt den Menschen auf sein biologisches Sein. Wir sehen das in den USA: die »Weißen« und die »Schwarzen« setzten sich vor ihrer Amerikanisierung aus mehreren hochdifferenzierten Völkern mit eigenen Identitäten zusammen. Jetzt sind sie in einer Masse aufgegangen. Diesen Abstieg sollten wir Europäer vermeiden und die Völker bewahren. 

… Dennoch halte ich diese Bezeichnung [„völkisch“] politisch-inhaltlich nicht für glücklich und habe sie auch nie für meine eigene Position verwendet. Sie steht nämlich für eine bestimmte politische Richtung Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts, deren Inhalte und Forderungen ich nicht teile. Den Hintergrund kennen unsere Gegner natürlich und verwenden daher das Wort umso bewußter und gezielter. Unabhängig davon halte ich die Bezeichnung »volksverbunden« oder »volksfreundlich« für besser. Sie entlarvt nämlich die Gegner als eben nicht volksverbunden, ja volksfeindlich.

Dazu fällt wieder ein, was ich bei meinem ersten Besuch in Westberlin nach Öffnung der Mauer an einer Brandmauer der S-Bahn las: „Nie wieder Deutschland“. Ich kann mich noch gut an das Gefühl der Befremdung erinnern. Was ist das für eine krude Denkweise, Deutschland mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen? Später lernte ich, dass diese krude Denkweise eine wesentliche Klammer des linken Selbstverständnisses in der Bundesrepublik darstellt.

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