NZZ und „Bild“ im Wahlkampf

Es war zu erwarten: Im Kampf gegen die AfD haben die etablierten Medien durchaus noch Pfeile im Köcher. Man wusste bis heute nur nicht, welche.

Die Schweizer NZZ veröffentlichte heute einen Artikel zum Wahlkampf in Thüringen, der die bekannte Drohung gegen den CDU-Spitzenkandidaten Mohring nochmals prominent platziert. Diese kam von einem angeblich rechtsextremen „Staatsstreichorchester“, allerdings spricht der Sprachstil nicht dafür und auch die Maildomain führt in das Umfeld eines Hamburger Aktivisten der Piratenpartei. Aber der ist Schaden bereits angerichtet, da die Leitmedien die Drohung prominent und umfangreich verbreitet haben.

Inzwischen macht das Beispiel offenbar Schule, die „Bild“ berichtet von „hunderten Drohmails“, die als rechtsextremistisch eingestuft wurden. Auf die Idee, dass hier linke Aktivisten eine umfangreichere False-flag-Operation zur Wahlbeeinflussung lancieren, weil ja die erste schon so gut geklappt hat, kommt natürlich erwartungsgemäß niemand, jedenfalls nicht bei der “Bild“. Oder, was wahrscheinlicher ist, man lässt sich bewußt vor den etablierten Karren spannen.

Denn der Gedanke liegt nicht fern, dass das Beispiel Mohring Schule gemacht hat: False flag von links, um der AfD zu schaden. Linke Aktivisten arbeiten also inzwischen vermutlich systematisch den Gegnern der AfD durch Lügen dieser Art zu.

Bild: Landtagswahl Thüringen 2019

„Ich gehe davon aus, dass es Neonazis gewesen sind“ sagte Mohring laut „Bild“ in Bezug auf die gegen ihn gerichtete Drohung. Richtig wäre gewesen: „Ich habe ein vitales Interesse daran, dass es der AfD angelastet wird.“ Das gilt für den bereits bekannten Fall und erst recht für die neuen: Denn so blöd können echte Neonazis gar nicht sein, dass sie gegen ihre eigenen Interessen arbeiten. Und die Medien haben bereits erfolgreich der AfD das rechtsextreme Image angehängt, also darf man auch davon ausgehen, dass Rechtsextremisten nicht ausgerechnet der AfD politisch schaden wollen.

Schon die Mohring-Drohung hat gezeigt, wie kontraproduktiv eine solche Handlungsweise angesichts der Machtverhältnisse in den Medien ist. Also ergeben sich hier auch ohne Kenntnis näherer Umstände nach dem Prinzip „qui bono“ Rückschlüsse auf die mutmaßlichen Täter. Aber wenn es um die Macht geht, sind alle Mittel erlaubt. Und die Medien greifen alles auf, was „rechten“ Kräften schaden könnte. Da macht dann sogar die NZZ mit, was wirklich enttäuschend ist.

Heute abend wird man sehen, ob dieser Dummenfang funktioniert hat. Schon in den Neunzigern hat sich die „Bild“ an Wahlmanipulation versucht, damals mit Stasi-Vorwürfen gegen einen prominenten PDS-Politiker im letzten Moment vor einer Bundestagswahl, die sich dann gerichtsfest später nicht weiter erhärten ließen. Auch dort nutzte man den Umstand, dass sich kurz vor einer Wahl sowieso nichts mehr aufklären lässt. Die Behauptung sollte nur unwidersprochen Wirkung auf noch Unentschlossene haben.

Das Prinzip ist also alt, aber leider immer noch wirksam. Auf die Thüringen-Wahl bezogen bin ich wenig optimistisch.

Update:  „Bild“ bezeichnet Höcke en passant als „Rechtsextremisten“. Das ist er mit Sicherheit nicht, zeigt aber klar die Stoßrichtung der Zeitung. Diese Zuweisung wird wohl in Zukunft noch weiter festgeklopft werden, da Höcke gerichtlich mit der Forderung nach einer Unterlassungserklärung gegen die Bezeichnung „Faschist“ gescheitert ist, was aber keineswegs die Richtigkeit der Behauptung beweist und auch laut Gerichtsurteil nur eben „im politischen Meinungskampf hinzunehmen sei“.

Ein Kommentar zu „NZZ und „Bild“ im Wahlkampf

  1. Seitenverkehrte Hakenkreuze an Grabsteinen auf jüdischen Friedhöfen und anderswo deuten ebenfalls darauf hin, dass hier entweder linke Schmierfinken oder kriminelle unwissende Jugendliche am Schandwerk waren. Wirkliche Neonazis wissen nämlich ganz genau, wie solche NS Symbole aussahen.

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