Frage von Civey

„Wie werten Sie, dass die Europäische Zentralbank politisch unabhängig ist?“

Da habe ich die Umfrage abgebrochen, denn ich werte die Tatsache, dass Civey die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank als Tatsache voraussetzt, ausgesprochen negativ. Das spricht für mich nicht gerade für die Unabhängigkeit von Civey.

Für mich ist die politische Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank eine Propagandalüge. Die EZB ist alles, nur nicht politisch unabhängig. Dies allein zeigt das Ankaufprogramm von wertlosen Staatsschuldverschreibungen der hochverschuldeten europäischen Südländer in Höhe von 80.000.000.000 € pro Monat zusammen mit der Nullzinspolitik. Politisch bedeutet dies nämlich, dass damit der Euro belastet wird, und zwar zulasten aller Sparer der EU, die Euros auf der hohen Kante haben. Besserung unter der designierten Chefin Lagarde ist nicht in Sicht, also wird es weiter so gehen, bis zum bitterem Ende, das nach Ansicht von Pessimisten schon Ende nächsten Jahres eintreten könnte. Ein Geldsystem ist immer nur so gut, wie das Vertrauen der Anleger, und das wird gerade massiv beschädigt und bröckelt von Tag zu Tag.

Der Krug geht eben so lange zu Wasser, bis er bricht. Die EZB ist nur formal unabhängig, in Wirklichkeit vertritt sie politische Interessen, die z.B. die deutschen Sparer einem Zeitungsbericht zufolge 2017 allein 436 Milliarden an Zinserträgen und Vermögenseinbußen kosteten und weiter kosten, denn aus der Nullzinsfalle kommt sie nicht mehr heraus: Eine Erhöhung des Leitzinses auch nur um einen geringen Betrag würde den Staatsbankrott einer Reihe von europäischen Staaten riskieren, die ihre Schuldendienste aka Kreditzinsen nicht mehr bezahlen könnten.

Stattdessen erzählt man uns das Märchen in den Medien, dass ja Deutschland profitiere, weil der Finanzminister frische Staatskredite praktisch zum Minuszins aufnehmen könne. Das ist bezüglich der Schlussfolgerung falsch: Nicht Deutschland per se profitiert, sondern die deutschen Sparer bluten. Besonders die Rentner mit ihren Sparguthaben und Lebensversicherungen, die sich zu ihrer kargen Rente noch ein wenig Sparzins erträumt hatten, schauen in die Röhre.

Änderung ist nicht in Sicht, wegen weiter fallenden Leitzinses drohen Strafzinsen auf Sparguthaben zusätzlich zur Inflationsentwertung, nur, um den Konsum künstlich anzuheizen und damit die stotternde Konjunktur zu stabilisieren. Derweil werden Gold, Immobilien und Aktien unerschwinglich, späterer Crash nicht ausgeschlossen.

So macht die EZB eine einseitige Politik zulasten deutscher Sparer und Rentner, während die Besitzer größerer Vermögen längst über ihre Vermögensverwalter die Diversifizierung ihrer Anlagen in aller Welt abgesichert haben.

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