Nicht grün genug

Blauschopf Rezo hat die CDU heftig videokritisiert und damit Millionen erreicht. Viele Junge lesen kaum noch, deswegen hat YouTube bei ihnen die größere Breitenwirkung. Meine Kritik an der CDU stimmt nur teilweise mit Rezo überein und setzt andere Akzente – die Migrationspolitik seit 2015, die größte Fehlleistung der CDU, hat er bezeichnenderweise nicht mal erwähnt. Was hat der geraucht?

Hier meine Liste:

•   katastrophale Migrationspolitik seit 2015

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•   soziale Schere und Klientelpolitik für Vermögende

•   inkonsequente Umweltpolitik

•   unsoziale, konzeptlose und umweltschädigende Energiewende

•   inkonsequente Außenpolitik

Die Flüchtlingspolitik und einige andere Punkte, bei denen er sich verhoben hat, erspare ich mir hier.  Aber zur sozialen Schere: The winner takes it all. Die soziale Marktwirtschaft wurde durch den Neoliberalismus beendet. Die Ökonomie kennt aber keine Gerechtigkeit.

Das alte Mantra, daß jeder bei entsprechendem Fleiß und ein bisschen Cleverness nach oben kommen kann, gilt nicht mehr. Das haben die Mittelalten im Osten zu Wendezeiten deutlich erfahren, deren Marktwert wurde auch bei guter Grundqualifikation auf null gesetzt und das war’s dann. Jeder Anleger und Erbe im Westen kann darüber nur müde lächeln.

„Mit Arbeit können Sie in Deutschland nichts erreichen“,

sagte mein erster Chef, gebürtiger Iraner, nach der Wende. Deutschland ist ein verkrustetes Kastensystem geworden, wo die Vermögenden und Jobbesitzer ihre Privilegien verteidigen.

Die Flüchtlingskrise hat die Unterschiede noch einmal dramatisch anwachsen lassen, denn wieder werden die Lasten dieser Entwicklung nach unten durchgereicht.

Eine gewisse Ungleichheit ist unvermeidlich, ist sogar antriebsfördernd. Die Menschen sind nicht gleich. Aber daß ein DAX-Vorstand das Mehrtausendfache von seinem outgesourcten Sub-sub-“Unternehmer“ verdient, ist nicht „leistungsgerecht“. Und daß der Chef der ARD mehr als die Bundeskanzlerin verdient, während zuliefernde Honorarkräfte der Sender Selbstausbeutung betreiben müssen, auch nicht.  Überall verdienen die, die die eigentliche Arbeit machen, am schlechtesten, während die, die an den Schalthebeln sitzen, sich die Pfründe gegenseitig zuschanzen. Das hat nichts mit Leistung zu tun.

Für diese Verhältnisse steht die CDU, die immer noch die Illusion „Jeder ist seines Glückes Schmied“ aufrechterhält.

Die Linke schüttet das Kind mit dem Bade aus, indem sie die Grundlagen des Wohlstands zerstört und noch mehr Umverteilung ausgerechnet für die fordert, die nun wirklich erkennbar überhaupt nichts leisten oder geleistet haben: Quotenfrauen, Pseudowissenschaftler (Genderprofessuren) und Kämpfer gegen rechts in dubiosen NGOs.

Die Lösung könnte die Wiedereinführung der sozialen Marktwirtschaft sein, da bin ich wirklich konservativ.  Rezo ist die CDU nur noch nicht grün genug.

Update:  Rezo gehört zur One Tube Networks GmbH. Die betreiben 500 Influencer-Kanäle: ein Auftragskünstler, wie man in der DDR sagte. Das ist also genau so eine PR-Kampagne wie der Greta-Hype.  Es ist also kein Zufall, daß der ein paar Tage vor der Wahl die CDU zerstört, Auftraggeber dürften die Grünen sein.

Hadmut Danisch fragt: „Denkt mal drüber nach, wer in den Medien, in Presse und Fernsehen, Rezo erwähnt hätte, wenn der die SPD oder die Grünen kritisiert hätte.“

Die Antwort ist wohl klar: Niemand.

Update 2: Solche Beiträge sollten, wie auch in andern Medien üblich, als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet werden:

„Wir, die TUBE ONE Networks GmbH, sind das Social Video Netzwerk der Ströer Content Group. Wir kombinieren 500+ Kanäle auf sozialen Plattformen wie Instagram, Twitter, Snapchat, YouTube und Facebook mit 600 Mio. Videoviews pro Monat und 50 Mio. Social Media Fans.

Als reichweitenstarkes Netzwerk schaffen wir es, unseren Werbekunden (z.B. Die Grünen) interessante Umfelder und auf die Bedürfnisse ausgerichteten Content anbieten zu können. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, Kampagnen effektiv in das Ströer Netzwerk einzubinden und auf Public Videos sowie alle weiteren digitalen Umfeldern zu erweitern.“

So läuft das also heute: Politisches Influencing als Geschäftsmodell. Das Geld kommt von Parteien und aus deren politischem Vorfeld. Da die Parteien aber ihr Geld zum großen Teil vom Steuerzahler bekommen, bedeutet es letztlich, dass der Steuerzahler die Propaganda bezahlt, mit der er zugemüllt wird. Nicht nur über die Haushaltsabgabe und  öffentlich-rechtliche Sender, sondern auch über soziale Kanäle.

So wie er auch mit Werbung zugemüllt wird, die er letztlich über die Preise der beworbenen Waren bezahlt.

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