Die Angst der Feministin

Margarete Stokowski, Buchautorin, Kolumnistin bei SPON und tapfere Kämpferin für den Feminismus vor dem Herrn, hat eine Lesung in der renommierten Buchhandlung Lehmkuhl in München-Schwabing abgesagt, zunächst ohne Angabe von Gründen. Die werden allerdings seit Anfang der Woche heftig diskutiert, seit der linksliberale Buchhändler Michael Lemling die Gründe in einem Facebook-Post offenlegte:

„Frau Stokowski hat abgesagt, nachdem ihr zugetragen wurde, dass sich in unserer Auswahl an Büchern, die sich mit der Neuen Rechten beschäftigen, auch einige rechte Primärtexte aus dem Antaios Verlag befinden. Das macht Lehmkuhl für sie zu einem Ort, an dem sie nicht auftreten möchte.“

Lemling präzisiert:

„Ich habe dreißig Titel zum Thema im Regal, und drei von Antaios. Von einem ‚braunen Regal‘ bei Lehmkuhl kann keine Rede sein. Es ist auch nicht so, dass ich irgendwelche braunen Ostereier für meine Kunden verstecke und angefixt bin, wenn die Leute rechte Literatur lesen. Wir wollen eine Debatte führen.“

Und weiter:

„Was wir mehr denn je brauchen, sind offene und streitbare Debatten über die kontroversen politischen Themen unserer Gegenwart. Schade, dass Margarete Stokowski es vorzieht, lieber in ihrer eigenen Echokammer zu verbleiben.“

Das mit der Echokammer muß gesessen haben, denn darauf reagierte Frau Stokowski umgehend. Ihr Problem sei

„erstens die Normalisierung rechten Denkens und zweitens finanzielle Gewinne für diese Autor*innen und Verlage.“

Das ist aus zwei Gründen interessant. Was Frau Stokowski dort gesehen hat, ist also nach ihrer Lesart „rechts“. Nun mag es ja sein, dass es viele Menschen in diesem Land gibt, die diese Lesart teilen. Aber es ist weder die einzige, noch die allein gültige. Denn inzwischen wird alles als rechts stigmatisiert, was irgendwie vom links-grünen Mainstream abweicht und was Frau Stokowski betrifft, vom feministischen Denkansatz.

Daß sie abweichendem, nach ihrem Verständnis „rechten“ Denken von vornherein die Normalität abspricht, zeugt von einer bemerkenswerten Voreingenommenheit gegenüber offenen gesellschaftlichen Debatten. „Rechts“ sei auszugrenzen, Debatte überflüssig.

Schon deshalb ist sie keinesfalls in irgendeiner Form prädestiniert, zu definieren, was „rechts“ sei. Die Absage ist aber Werbung in eigener Sache, auszahlbar in der Währung aller Öffentlichkeitsjunkies: Aufmerksamkeit.

Nur: die gibt es nicht nur für sie selbst, sondern genauso für die sogenannten „rechten Autoren“ und den Antaios-Verlag, der z.B. den trotz hoher Verkaufszahlen vom Spiegel von der Bestsellerliste verbannten Autor Rolf Peter Sieferle mit seinem Buch „Finis Germania“, das daraufhin sofort und erst recht zur Nr. 1 der Amazon-Bestsellerliste aufstieg, verlegt hat. Frau Stokowski unterstützt also nicht nur eigene Interessen, sondern auch die ihrer Gegner.

Das allein zeigt, wie lächerlich ihre Vorgehensweise ist. Wenn Frau Stokowski sich einer Debatte verweigert, dann wird sie andere Gründe haben. Ich nehme an, die liegen in ihrem ideologisch verengten Denkansatz begründet, der außerhalb ihrer Blase auf weitgehend geschlossene Ablehnung stoßen dürfte.

Dieser Auseinandersetzung will sie sich offenbar nicht stellen. Und vielleicht kann sie das auch nicht. Letztendlich erweist sich die Kündigung der Lesung trotz bereits geschlossenen Vertrages mit dem Buchhändler als Eigentor.

Update:  Margarete Stokowski kann sehr wohl und kompetent mit der deutschen Sprache umgehen. Es gibt von ihr eine entzückende Kolumne zum Weltkatzentag 2017, die sich humorvoll und locker auch ein paar politische Seitenhiebe erlaubt. Wenn sie so etwas schreibt, hat sie meinen vollen Respekt.

Ein Kommentar zu „Die Angst der Feministin

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