Wenn Wähler wandern

Die offiziell verfügbaren Zahlen zur Bayernwahl geben auch zu  Überlegungen Anlass, die etwas abseits liegen. So sind zum Beispiel viele Nichtwähler von 2013 diesmal zur Wahl gegangen, was sich in der stark erhöhten Wahlbeteiligung ausdrückt. Wie haben die eigentlich gewählt, sind dort die Parteien in etwa derselben Stärke vertreten, wie auch bei der übrigen Wählerschaft? Oder wurden bestimmte Parteien bevorzugt?

Ich beziehe mich hier auf die Zahlen der ARD:

Wählerwnderung

Knapp 1 Million Wähler sind also diesmal mehr zur Wahl gegangen. Setzt man die absoluten Wanderungszahlen zur Gesamtzahl von 980.000 Wanderwählern ins Verhältnis, so ergibt sich folgende Rangfolge (Gesamtergebnis in Klammern):

CSU:                      34,7 %   (37,2%)

AfD:                      18,4 %   (10,2%)

Grüne:                  14,3 %  (17,5 %)

Andere/Linke: 12,2 %  (8,6 %)

Freie Wähler:  11,2 %    (11,6 %)

FDP:                       5,1 %    (5,1%)

SPD:                       4,1 %    (9,7 %)

Die Zahlen sind hochgerechnet und offenbar auf 10.000 gerundet, die Fehlertoleranz beträgt also etwa 1 Prozentpunkt zusätzlich zur Unsicherheit der Hochrechnung.

Insofern läßt sich Folgendes feststellen:

  • Die SPD konnte offenbar kaum jemand hinter dem Ofen hervor locken. Der Anteil von 4,1 % liegt noch einmal weit hinter dem Gesamtergebnis.
  • Auch die Grünen konnten nicht ganz ihr Wahlergebnis bei den Nichtwählern egalisieren, da die Grünen ihr Wählerpotenzial traditionell immer gut mobilisieren können und damit recht weit ausschöpfen. Wer also die Grünen wählt, ist auch schon 2013 mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Wahl gegangen.
  • Auch die CSU  hat das nicht ganz geschafft, allerdings anteilsmäßig immerhin besser als die Grünen.
  • Relativ mehr Wähler haben sich auch für die anderen Parteien entschieden, dazu gehört vor allem die Linke.
  • Richtig abgeräumt bei den vormaligen Nichtwählern hat dagegen die AfD, die gleich mit über 18 % gegenüber 10,2 % bei der bayerischen Gesamtwählerschaft vertreten ist.

Sie hat also viele Leute, insgesamt 180.000, zur Wahlurne gebracht, die vorher nicht gewählt hatten – das nenne ich eine positive Entwicklung. Hier zeigt sich ein klarer Trend zur Aktivierung auch bei den Nichtwählern: Politik wird wieder wichtiger, nicht nur in Bayern.

Wenn das die Angela wüßte.

 

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